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Der erste Herausforderer für Hillary Clinton

Er ist parteilos und krasser Aussenseiter im Rennen um die US-Präsidentschaft. Aber chancenlos? Das will Bernie Sanders nicht sein.

Hofft auf die Unterstützung der Mittelschicht und der Arbeiterklasse: Bernie Sanders will US-Präsident werden. (29. April 2015)
Hofft auf die Unterstützung der Mittelschicht und der Arbeiterklasse: Bernie Sanders will US-Präsident werden. (29. April 2015)
Keystone

Der parteilose Senator des US-Staats Vermont, Bernie Sanders, will neuer Präsident der Vereinigten Staaten werden. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP sagte er am Mittwoch, er werde versuchen, Spitzenkandidat der Demokratischen Partei für die Wahl im Jahr 2016 zu werden. Am Donnerstag wolle er offiziell seine Bewerbung einreichen. Er ist damit der erste Herausforderer von Hillary Clinton, der bei den Demokraten ins Rennen einsteigt. Der 73-Jährige bietet eine robuste liberale Alternative zu Clinton, die aber dennoch als haushohe Favoritin gilt.

Angesichts der eindeutigen Favoritenrolle Clintons sagte Sanders aber: «Die Leute sollten mich nicht unterschätzen.» Mit seiner Politik, die er als «demokratischen Sozialismus» bezeichnet, habe er für viele Jahre in Vermont sowohl Demokraten als auch Republikaner und Unabhängige angesprochen und Kandidaten beider politischen Lager geschlagen. Seine Botschaft aus dem kleinen Bundesstaat im Nordosten der USA könne ihren Nachhall im ganzen Land finden.

Sanders sagte weiter, er erwarte, dass er Hunderte Millionen Dollar für seinen Wahlkampf sammeln müsse. Er hoffe auf Unterstützung von US-Bürgern aus der Mittelschicht und der Arbeiterklasse, die seinen Kampf gegen die Macht des Geldes in der amerikanischen Politik fördern wollten.

Sanders gilt als grosser Kritiker der Entwicklung des amerikanischen Wirtschaftssystems in den vergangenen vier Jahrzehnten. Diese habe die Mittelklasse in den USA ausradiert, sagte Sanders. Während die Durchschnittsperson länger und für weniger Lohn arbeite, habe man einen deutlichen Anstieg der Einkommens- und Wohlstandsungleichheit erkennen können. Diese erreiche heute ein «ekelerregendes Niveau».

Einsatz für die Arbeiterklasse

Der 73-Jährige ist der Sohn eines polnischen Einwanderers, welcher seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Bildern in New York verdiente. Seit Jahrzehnten setzt sich Sanders für die Arbeiterklasse ein. Nachdem er in den 70er-Jahren mehrere staatliche Wahlen verloren hatte, wurde er 1981 Bürgermeister der grössten Stadt von Vermont, Burlington. Später sass er für den US-Staat 16 Jahre lang im US-Repräsentantenhaus, bevor er 2006 in den Senat gewählt wurde. In Washington zeigt sich der Parteilose eher den Demokraten zugehörig. Er dürfte vor allem die Stimmen vom liberalen Flügel der Partei für sich gewinnen.

Clinton hatte Mitte April als erste Demokratin offiziell ihre Bewerbung um die Nachfolge des US-Präsidenten Barack Obama verkündet. Nach Sanders werden wahrscheinlich in den kommenden Monaten auch der Ex-Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, der frühere Senator von Virginia, Jim Webb, sowie der ehemalige Gouverneur von Rhode Island, Lincoln Chafee, ihre Bewerbung einreichen.

SDA/ldc

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