Der Klimaleugner und sein sinkender Golfplatz

Donald Trump setzt voll auf Öl, Kohle und Gas. Die Erderwärmung hält er für eine Erfindung der Chinesen – ausser, es geht um seinen grünen Rasen.

Ob seine schottischen Golfplätze auch von Erosion betroffen sind, ist nicht bekannt: Donald Trump auf seinem Estate in der Nähe von Aberdeen (Archivbild).

Ob seine schottischen Golfplätze auch von Erosion betroffen sind, ist nicht bekannt: Donald Trump auf seinem Estate in der Nähe von Aberdeen (Archivbild). Bild: Reuters

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Vom Umweltschutz hält Donald Trump nicht sehr viel. Umweltschutz stört die Geschäfte und verschafft Nationen wie China Wettbewerbsvorteile, glaubt Trump. Heute Mittwoch wird der republikanische Präsidentschaftskandidat beim «Energiegipfel» der Ölindustrie im amerikanischen Petroleumstaat North Dakota eine entsprechende Rede halten und darf auf grossen Beifall hoffen.

Trump möchte die Pariser Klimaverträge neu aushandeln, er bezeichnete die Gefahr des Klimawandels abwechselnd als «Schwindel», «Pseudowissenschaft» und «Bullshit», ja sogar als eine Erfindung der Chinesen. Bei seinem Auftritt in North Dakotas Hauptstadt Bismarck wird Trump deshalb einmal mehr unterstreichen, was die Fans von Kohle und Öl hören wollen: Weg mit Regulierungen, mehr Bohrungen und Fracking, sogar in bislang geschützten Gebieten, sowie ein Ende von Barack Obamas Initiative für saubere Energie.

Selbst ein Lob der Kohle ist in Bismarck drin. Und es wird Trump nicht weiter schaden, dass er die Erderwärmung zwar vehement verneint, einer seiner Golfplätze in Irland aber wegen des steigenden Meeresspiegels die Genehmigung zum Bau eines Schutzwalls möchte. Laut dem Webmagazin «Politico» wird im Antrag für den Bau der Mauer ausdrücklich auf die Folgen des Klimawandels verwiesen.

Die Fossil-Versammlung in Bismarck wird sich kaum darüber aufregen, den ehemaligen republikanischen Kongressabgeordnete Bob Inglis hingegen stört es schon. Es sei «diabolisch», dass Trump seine Immobilien schütze, «gleichzeitig aber Dinge sagt, von denen er weiss, dass sie nicht stimmen», erklärte Inglis gegenüber «Politico».

Cramer und die Erdabkühlung

Wie die Klimapolitik eines Präsidenten Trump aussehen würde, zeigt unter anderem die Ernennung des Kongressabgeordneten Kevin Cramer aus North Dakota zu seinem Energieberater. Nachdem Cramer, der sich als einer der ersten Abgeordneten hinter den Immobilienmogul stellte, den Kandidaten Anfang Mai in North Dakota getroffen hatte, wurde er kurzerhand als Energieberater verpflichtet. Cramer ist nicht nur ein Klimaskeptiker, er glaubt überdies, dass sich die Erde abkühlt.

Keinesfalls dürfe es noch mehr «Auflagen» für die Energiewirtschaft geben, sagte Cramer dem Branchendienst «ClimateWire». Zwar will der Abgeordnete eine Umweltsteuer auf Kohlendioxid und andere Treibhausgase, die Einnahmen aus dieser Steuer aber sollen in die Forschung und Entwicklung «sauberer Fossilbrennstoffe» fliessen: «Wenn wir eine sehr, sehr bescheidene CO2-Steuer hätten, um Lösungen durch den Einsatz von Fossilbrennstoffen zu suchen, dann würde das meiner Meinung nach sogar die Industrie unterstützen», so Cramer.

Bei Donald Trump dürfte der Abgeordnete damit gut ankommen. Immerhin verspricht der republikanische Präsidentschaftskandidat eine Renaissance der Kohle und setzt auch sonst voll auf Fossilbrennstoffe. Wie Cramer glaubt Trump, Öl, Kohle und Gas würden zu stark reguliert und zu sehr besteuert. Und wie sein Energieberater ist auch Trump ein Befürworter möglichst unregulierten Frackings. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.05.2016, 17:45 Uhr

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