Der Krimi, der bis heute alle fesselt

Wer erschoss vor 50 Jahren US-Präsident John F. Kennedy? Zahlreiche Theorien ranken sich um das Attentat. Wir stellen fünf der plausibelsten vor.

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Es sind die am meisten studierten 7 Sekunden der amerikanischen Geschichte, Tausende Bücher wurden darüber geschrieben. Und dennoch ist bis heute umstritten, wer am 22. November 1963 John F. Kennedy mit drei Schüssen – oder waren es doch vier? – getötet hat. Die Warren-Kommission unter der Leitung des Bundesrichters Earl Warren stellte 10 Monate später offiziell fest, dass Lee Harvey Oswald der alleinige Täter sei. In 26 Bänden veröffentlichte der Untersuchungsausschuss Dokumente, die diesen Befund stützen sollten.

Vergeblich: Kennedys Tod wurde zum «case never closed». Nach wie vor nehmen 60 Prozent der Amerikaner an, dass es mehr als einen Täter gab. Nur ein Viertel glaubt, Oswald habe allein gehandelt, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP vom April gezeigt hat. Bereits 1979 hatte auch eine Kommission des US-Repräsentantenhauses festgestellt, dass Kennedy «wohl als Folge einer Verschwörung höchstwahrscheinlich von zwei Schützen umgebracht» worden sei. Der eine war Oswald, der aus dem fünften Stockwerk des texanischen Schulbuchlagers an der Elm Street in Dallas auf den Präsidenten schoss. Der Zweite, so wird vermutet, stand hinter einem Zaun auf einem Grashügelchen. Allerdings konnte der Attentatsausschuss weder einen weiteren Schützen noch das Ausmass eines möglichen Komplotts identifizieren.

Derweil ranken sich mehr als 250 Verschwörungstheorien um den Kriminalfall des Jahrhunderts. Fakten und Fiktion haben sich vermischt, wobei die meisten Szenarien wenig einleuchten. So soll etwa der Fahrer von Kennedys Limousine den Präsidenten erschossen haben, um zu verhindern, dass er Beweise einer Invasion von Ausserirdischen veröffentlichte. Neuerdings kursiert die These, ein verkaterter Leibwächter habe aus Versehen geschossen. Selbst Jackie Kennedy wird verdächtigt, Oswald angeheuert zu haben, aus Eifersucht wegen der sexuellen Eskapaden ihres Mannes. Andere Theorien sind plausibler, fünf stellen wir hier vor. Sie sind allerdings so umstritten wie der Warren-Report, der aber zumindest als Ausgangspunkt relevant geblieben ist.

Die offizielle Version: Oswald – und nur Oswald

Nach dem Attentat schaltete sich das FBI in die Arbeit der Polizei von Dallas ein. Bereits 17 Tage später legte die US-Bundespolizei ihren Bericht vor: Drei Schüsse wurden abgefeuert, und zwar einzig und allein von Lee Harvey Oswald. Kennedys Nachfolger Lyndon Johnson hatte auf die rasche Veröffentlichung dieses Befundes gedrängt, um Verschwörungstheorien zuvorzukommen. Dabei glaubte er selbst nicht an die Einzeltäterthese. Ganz im Gegensatz zu FBI-Direktor J. Edgar Hoover, der die Ermittlungen persönlich überwachte. Der radikale Antikommunist räumte ein, man habe es verpasst, Oswald im Vorfeld zu observieren, obwohl er in New Orleans Kuba-freundliche Flugblätter verteilt hatte. So konnte er als mögliche Bedrohung nicht ausgeschaltet werden.

Die Warren-Kommission bestätigte den FBI-Bericht und ergänzte, für das Attentat habe es keines begabten Schützen bedurft. Obwohl das Ziel in Bewegung war und die Sicht des Attentäters durch Baumkronen teilweise behindert wurde. Die erste Kugel sei danebengegangen. Was an sich erstaunt, denn Oswald war beim ersten Schuss dem USPräsidenten am nächsten und konnte in Ruhe anlegen und zielen. Der zweite Schuss, die sogenannt magische Kugel, traf Kennedy am Hals und verletzte auch den texanischen Gouverneur John Connally, der auf dem Beifahrersitz sass. Der dritte Schuss war dann tödlich.

Der angebliche Einzeltäter war ein 24-jähriger Kommunist, der mehrere Jahre in der Sowjetunion gelebt hatte. Zuvor war Oswald bei den US Marines, er konnte also mit einem Gewehr umgehen. Am 6. April 1963 versuchte er gemäss Warren-Report, General Edwin A. Walker zu erschiessen, einen rechtsradikalen Offizier, den die Regierung Kennedy in den Ruhestand verabschiedet hatte. Ab Mitte Oktober 1963 arbeitete Oswald im Texas School Book Depository an der Elm Street. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht bekannt – zumindest nicht öffentlich –, wo Kennedys Wagenkolonne durchfahren würde. Ein konkretes Motiv konnte die WarrenKommission nicht feststellen. Einzig: Oswald habe immer wieder «seinen Hass auf die amerikanische Gesellschaft» ausgedrückt. Des Weitern stellte die Kommission fest, auch Jack Ruby habe spontan und allein gehandelt. Der Nachtclubbesitzer erschoss Oswald nach dessen Festnahme vor den Augen der Polizei.

Entschiedener Verfechter der Einzeltäterthese ist der Jurist Vincent Bugliosi. Auf 1600 Seiten versuchte er 2007 nachzuweisen, dass Oswald und nur Oswald der Täter war. In seinem Buch «Reclaiming History», das trotz seines Umfangs zum Bestseller wurde, listet Bugliosi 82 Namen auf von angeblichen Attentätern. Nach eigenem Bekunden weist er nach, dass es diese 82 Personen nicht gewesen sein können. Er biege die Fakten zurecht, sagen seine Kritiker.

Die Kubaner: Castro kommt JFK zuvor

«Kuba ist der Stachel in Kennedys Fleisch», sagte Sowjetführer Nikita Chruschtschow. Wegen Kuba war der Kalte Krieg einmal warm und einmal fast heiss geworden: Mit der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht blamierte sich Kennedy kurz nach Amtsantritt, im Oktober 1962 schliesslich fehlte nicht viel, und die Krise um die sowjetischen Atomraketen auf Kuba wäre zum Dritten Weltkrieg eskaliert. Fidel Castro wurde zum Lieblingsfeind des Präsidenten und seines Bruders, Justizminister Bobby Kennedy.

Zusammen starteten sie mit dem Geheimdienst CIA die «Operation Mongoose», einen geheimen Plot, um Revolutionsführer Castro zu stürzen. Die Sache einfädeln sollten so vertrauenswürdige Gestalten wie die Mafiabosse Johnny Roselli und Sam Giancana. Das organisierte Verbrechen trauerte um sein kubanisches Eldorado, weil Castro Glücksspiele und Prostitution verboten hatte. Man weiss offiziell davon seit 2007, als die CIA ihre «Kronjuwelen» veröffentlichte, streng geheime Dokumente aus den 60er-Jahren. Castro wusste es schon damals, weil seine Agenten die CIA unterwandert hatten.

Der Máximo Líder soll deshalb ein Team auf JFK angesetzt haben inklusive Kuba-Sympathisant Oswald als willigem Vollstrecker. Nach dessen Tat verschwanden jedoch seine kubanischen Freunde. An diese Theorie glaubte auch Präsident Johnson. «Kennedy versuchte Castro zu erwischen, aber Castro kam ihm zuvor», sagte er 1968 gegenüber einem Journalisten. Fidel Castro wies den Vorwurf zurück: «Es wäre absoluter Wahnsinn gewesen von Kuba. Wir hätten die USA provoziert und riskiert, dass unser Land zerstört worden wäre.»

Lyndon B. Johnson: Der Neid des Vizepräsidenten

Kennedy und sein Vize hatten bestenfalls eine Arbeitsbeziehung, zu verschieden waren ihre Persönlichkeiten: hier der gebildete Sprössling einer Dynastie aus Neuengland mit eleganter Frau, dort ein fluchender Farmersohn aus Texas mit Cowboyhut. Kennedys Glanz strahlte nicht auf Johnson ab, im Gegenteil. Das weckte den Neid des Vizes. Johnson befürchtete, Kennedy lasse ihn fallen, und kandidiere 1964 mit einem anderen Vize für die Wiederwahl. Vier Jahre zuvor hatte der junge Kennedy den politischen Nahkämpfer aus Texas gebraucht, um die US-Bundesstaaten im Süden zu gewinnen. Das war nun nicht mehr der Fall, Kennedy war im Herbst 1963 so populär wie nie zuvor.

Deshalb soll Johnson das Attentat eingefädelt haben, natürlich in seiner Heimat, wo er als langjähriger Senator mit den Behörden verbandelt war und seine Beteiligung leicht vertuschen konnte. So die Theorie. Die Kronzeugin dafür war Madeleine Brown, nach eigenem Bekunden Johnsons Mätresse. Am Abend vor dem Attentat soll ihr der Vize bei einer Party ins Ohr geraunt haben, dass ihn Kennedy nie mehr blossstellen werde: «Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.» Finanziert wurde der Anschlag angeblich von texanischen Öltycoons, die befürchteten, Kennedy werde sie verstärkt besteuern. Unter Johnson wurden die Abgaben nicht erhöht.

Auch der History Channel hat Johnson in den Dunstkreis möglicher Verschwörer gerückt. Der Spartensender musste sich jedoch bei Johnsons Familie entschuldigen, nachdem eine Historikerkommission sowie die früheren US-Präsidenten Gerald Ford und Jimmy Carter die Vorwürfe als infam bezeichnet hatten. Robert Caro, seit fast 40 Jahren der ultimative Johnson-Biograf, schrieb 2012, er habe bei seinen Recherchen nichts gefunden, was auf eine Verwicklung Johnsons hinweise.

Die Exilkubaner: Rache für die Schweinebucht

Die Invasion in der Schweinebucht misslang auch deshalb, weil sich Kennedy weigerte, die Exilkubaner mit der USLuftwaffe zu unterstützen. Die von der CIA ausgebildeten Invasoren hatten keine Chance gegen die kubanischen Streitkräfte, die am Strand bereits warteten. Kennedy hielt sich jedoch zurück, um keine Eskalation zu riskieren, insbesondere im geteilten Berlin, dem anderen Brennpunkt des Kalten Kriegs. So weit dachten die Exilkubaner in Miami nicht. Sie fühlten sich von Kennedy verraten und schworen Rache. Der Attentatsausschuss aus dem US-Repräsentantenhaus wollte denn auch nicht ausschliessen, dass Exilkubaner hinter dem Mord standen. Es gibt Autoren, gemäss denen Oswald Kontakte hatte zu solchen Kreisen, obwohl das im Widerspruch steht zu seinem Engagement für die kubanische Revolution.

Die Mafia: Mehrere gute Motive

Der Parlamentarierausschuss sprach auch das organisierte Verbrechen nicht frei von einer möglichen Schuld. Denn die Mafiosi hatten gleich mehrere Motive: Kennedy überliess Havanna, wo Roselli, Giancana und Konsorten ihre lukrativen Bordelle und Casinos betrieben hatten, mehr oder weniger kampflos Castro. Denkbar ist deshalb auch eine Koproduktion Mafia/Exilkubaner. Vor allem aber hassten die Paten den Bruder des Präsidenten. Stand die Mafia hinter dem Mord, hätte sie eigentlich den falschen Kennedy erwischt: Als Justizminister hatte Bobby Kennedy dem organisierten Verbrechen den Kampf angesagt, obwohl er wusste, dass sein Vater Joseph, der Godfather des Präsidenten-Clans, die grosse Figur der irischstämmigen Mafia in den USA war. Abgesehen davon soll die Mafia die unterwanderten Gewerkschaften 1960 «bewogen» haben, JFK zu wählen. Man hatte sich dafür Gegenleistungen erhofft, wurde nun aber vom Bruder des Präsidenten drangsaliert – für die Mobster nicht die feine italoamerikanische Art, man fühlte sich hintergangen und missbraucht.

Abgesehen davon hatte ja die Mafia von der CIA den Job gefasst, Castro zu eliminieren. Wollte Kennedy nun mit der Mafia kooperieren oder nicht? Die Bosse waren verwirrt und könnten auf ihre Weise Klarheit geschaffen haben, wobei ihrem Bekannten in Dallas, Jack Ruby, die «ehrenwerte» Aufgabe übertragen wurde, den wichtigsten Zeugen des Komplotts auszuschalten. Oswald kam auch hier die Rolle des Auftragsmörders zu, der sich als späterer Sündenbock bestens eignete wegen seiner linkslastigen Biografie, zumal er von den Hintermännern seines möglichen Auftraggebers keine Ahnung hatte.

Denkbar ist zudem, dass die CIA der Mafia geholfen hat, die Verschwörung zu vertuschen. Man hatte sich gegenseitig kennen und schätzen gelernt bei der Eroberung Siziliens durch die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg, als man Seite an Seite gegen die Faschisten kämpfte. Als offizielle US-Behörde wollte die CIA verhindern, dass die Attentatspläne gegen Castro bekannt wurden, vor allem, weil die Regierung die Sache ans organisierte Verbrechen outgesourct hatte. Washington war damit erpressbar geworden.

Aber vielleicht war es einfach eine Abrechnung unter Männern. Kennedy und der Chicagoer Mafiaboss Giancana hatten sich zeitweilig Judith Campbell, spätere Exner, als Geliebte geteilt, wobei das FBI mithörte. Die attraktive SocietyDame aus Los Angeles sagte 1988 in einem Interview, sie habe als Kurier gedient zwischen den beiden. Ausserdem habe sie von Kennedy ein Kind erwartet, und Giancana habe ihr bei der Abtreibung geholfen. Aber töten Mafiosi aus Eifersucht?

Die kleine Verschwörung: Die ballistische Täuschung

Die Schwäche jeder Verschwörung ist die Zahl ihrer Mitwisser. Je mehr es davon gibt, umso eher fliegt sie auf. US-Autor Stephen Hunter entwirft deshalb in seinem jüngsten Roman «The Third Bullet» ein Szenario mit einer «sehr kleinen professionellen Verschwörung». Sie besteht aus nur drei Männern. Hunter hat eine alternative, zwischen Fakten und Fiktion hybride Erklärung des KennedyMordes entwickelt. Ihr erfrischender Charme liegt darin, dass sie dem Warren-Report nicht widerspricht, sondern alle Ergebnisse berücksichtigt.

Mastermind des Kennedy-Mordes war demnach ein ranghoher CIA-Agent mit eindrücklicher Spionagekarriere samt Attentatserfahrung. Er agierte autonom, nicht im Auftrag der Agency. Getarnt als KGB-Agent in den USA, rekrutierte er Oswald als nützlichen Idioten. Er bestärkte ihn in seinem Hass auf die USA und wies ihn an, von seinem Arbeitsplatz aus den Präsidenten zu erschiessen, und zwar mit seiner Mannlicher-Carcano. Der italienische Karabiner wurde 1891 erstmals gebaut und gilt als eines der am wenigsten präzisen Gewehre seiner Generation. Die Feuerrate beträgt 12 Schuss pro Minute, maximal.

Gleichzeitig überzeugte der fiktionale CIA-Mann einen ihm bekannten Meisterschützen, dass der Präsident sterben müsse. Und zwar, weil Kennedy den Krieg in Vietnam eskalieren lasse. Tatsächlich waren bei dessen Amtsantritt 1000 Militärberater in Südvietnam, zum Zeitpunkt seines Todes waren es 16 000. Vizepräsident Johnson sei ein Innenpolitiker und werde deshalb das VietnamAbenteuer beenden, lautete die Argumentation des Masterminds (auch CIAAgenten können sich irren). Der Schütze willigte ein, als Logistiker kam noch ein Mafioso dazu. Doch Motiv und Protagonisten sind in Hunters Buch nebensächlich, es geht um forensische Ballistik.

Die Idee war, einen vierten Schuss so zu platzieren, dass er Oswald und seinem Karabiner zugeschrieben wurde. Dafür benutzte der angeheuerte Schütze ein .264-Winchester-Magnum-Gewehr, das äusserst präzis ist. Als Munition verwendete er eine Mannlicher-Carcano-Kugel, die er auf eine Winchester-Patronenhülse setzte. Das hiess: Die Forensik würde das Projektil – zumindest mit den kriminaltechnischen Mitteln von 1963 – Oswalds Gewehr zuordnen. Um die Wirkung zu verstärken, schliff der Schütze die Kugel ab. Mit dem erwünschten Nebeneffekt, dass diese beim Aufprall zersplitterte, sodass man sie kaum nachweisen konnte. Tatsächlich wurden bei der Autopsie von Kennedys Kopf nur kleine Metallteile gefunden, die schwer zuzuordnen waren.

Der Schütze postierte sich im ersten Stock des Daltex-Gebäudes neben dem Schulbuchlager – und nicht hinter dem berüchtigten kleinen Grashügel. So waren Schussrichtung und Einschlagswinkel ähnlich, was die Identifizierung des zweiten Schützen zusätzlich erschwerte. Die Entfernung zum Ziel war zwar grösser als aus dem fünften Stock des Schulbuchlagers, dafür lag das Ziel gerade und gut sichtbar vor dem Schützen. Das Trio sah, wie Oswald mit seinem ersten Schuss sein Ziel verfehlte, mit dem zweiten traf und dann mit dem dritten nochmals danebenschoss. In diesem Moment feuerte auch Hunters Meisterschütze – notabene mit einem Schalldämpfer –, und die Kugel zerriss Kennedys Hinterkopf. Eine gewöhnliche Mannlicher-Carcano-Kugel hätte diese Wirkung nicht erzielt, und abgesehen davon wäre es schwierig gewesen, mit einem Mannlicher-Carcano-Gewehr überhaupt so genau zu treffen.

Die Methode ist bestechend einfach: Ein Sündenbock, der geschnappt wird, und eine ballistische Täuschung, die den tatsächlichen Attentäter und sein Team untertauchen lassen. Pulitzerpreisträger und Waffenexperte Hunter ist selbst begeisterter Schütze. Er hat die Winchester samt Carcano-Kugel getestet. «Das Geschoss war enorm schnell und genau.» Vor allem verglichen mit dem Karabiner. Oswald sagte nach der Verhaftung, er habe den Präsidenten nicht getötet. Es könnte die Wahrheit gewesen sein, denn er hat zwar auf Kennedy geschossen, ihn mit dem zweiten Schuss auch getroffen, aber vielleicht nicht getötet.

Aber wer hat ihn dann getötet? Auch 50 Jahre nach Dallas kennen wir nicht die ganze Geschichte, obwohl im amerikanischen Bundesarchiv, den National Archives in College Park, Maryland, zum Kennedy-Attentat fünf Millionen Aktenseiten eingesehen werden können. Das entspreche fast 60 Kubikmeter Papier, schreiben die Archivare. Ein Heuhaufen also, aber ist darin auch eine Stecknadel, die Lösung des Kennedy-Rätsels?

Die «Washington Post» schreibt, dass 1171 CIA-Akten zum Kennedy-Mord nach wie vor unter Verschluss seien, andere Quellen sprechen von bis zu einer Million Dokumenten. Der US-Kongress hat 1992 festgelegt, dass bis 2017 alle JFK-Dokumente einsehbar sein müssen. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, ist indes offen. Denn die CIA wie auch andere Behörden können beantragen, dass bestimmte Akten versiegelt bleiben, falls nationale Interessen der USA auf dem Spiel stehen. Ob dies tatsächlich der Fall ist, muss laut Gesetz der Präsident persönlich entscheiden. Barack Obama und sein Nachfolger respektive seine Nachfolgerin werden zu tun haben.

Erstellt: 20.11.2013, 06:28 Uhr

Umfrage

Wer hat John F. Kennedy umgebracht? Welche Theorie überzeugt Sie am meisten?

Lee Harvey Oswald alleine

 
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Die Kubaner

 
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Lyndon B. Johnson

 
12.9%

Die Exil-Kubaner

 
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Die Mafia

 
33.4%

Die ballistische Täuschung

 
17.9%

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