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Der Republikaner, der alle anderen in den Schatten stellt

Mitt Romney zieht im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur vorneweg. Im jüngsten Fernsehduell liess er die Konkurrenten mit seiner Schlagfertigkeit verblassen.

Lässt sich von seinen Gegnern nicht beirren: Mitt Romney (vorne) und Chris Christie, Gouverneur von New Jersey.
Lässt sich von seinen Gegnern nicht beirren: Mitt Romney (vorne) und Chris Christie, Gouverneur von New Jersey.
AFP

Bis vor kurzem betrachteten konservative Wähler Mitt Romney mit einer gewissen Skepsis. Etwas gar moderat muteten sie die Positionen an, welche der 64-Jährige gegenüber Fragen wie Steuern oder Gesundheitsreform einnahm. Doch das Misstrauen aus den eigenen Reihen scheint verflogen zu sein. In den vergangenen Tagen konnte Romney seinen Vorsprung auf die übrigen republikanischen Kandidaten für die Präsidentschaft weiter ausbauen.

In der Fernsehdebatte vom Dienstagabend vermochte der ehemalige Gouverneur von Massachusetts mit einem selbstbewussten Auftreten an die positiven Umfrageresultate der vorherigen Tagen anzuknüpfen, meint die «Washington Post». In den kurz vor dem Duell veröffentlichten Zahlen des Nachrichtensenders MSNBC erreichte Romney im Bundesstaat New Hampshire eine Zustimmung von 44 Prozent. In Iowa, das traditionell die erste Vorwahl abhält, führt er der Umfrage zufolge das Feld mit immerhin 23 Prozent an.

Souverän in der Fragerunde

Es verwundert also kaum, dass sich ein erheblicher Teil der Fragerunde des «Washington Post»/«Bloomberg»-Duells in New Hampshire um Mitt Romney drehte. Dabei war eine gewisse Aggressivität nicht zu überhören. Herausforderer Herman Cain etwa insistierte, dass sein Plan zur Rettung der US-Wirtschaft zu kompliziert und zu wenig transparent sei und forderte Romney auf, alle 59 Massnahmen seines Papiers auswendig aufzuzählen. Dieser liess sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und konterte ohne zu zögern, die Komplexität seines Plans reflektiere nun mal die vielschichtigen Schwierigkeiten, welche eine Wirtschaftskrise mit sich bringe. Und als Seitenhieb auf Cain, welcher sich gerne mit der Einfachheit seines eigenen Schemas brüstet, doppelte Romney nach: «Einfache Antworten mögen stets hilfreich sein, oft sind sie aber schlicht nur inadäquat.»

Kaum besser erging es Rick Perry an diesem Abend, als er seinen Flankenangriff auf Romney über die heikle Thematik der Gesundheitsreform startete. Scheinheilig wollte er vom Ex-Gouverneur wissen, so der «Spiegel», was er denn Kritikern entgegenhalte, welche seine Gesundheitsreform in Massachusetts mit Barack Obamas umstrittenen Reformvorschlägen verglichen. Erneut liess sich Romney nicht aus der Ruhe bringen. In seinem Staat habe es zu viele unversicherte Kinder gegeben; dies habe er geändert. Jetzt gebe es in Massachusetts die niedrigste Zahl unversicherter Kinder, fügte er stolz hinzu. Danach drehte sich Romney zu Rick Perry: «Du hast übrigens die höchste, du hast eine Million nicht versicherter Kinder.»

Verblassender Rick Perry

Dieser Moment der Debatte zementierte nicht nur Mitt Romneys Position als Führender im Rennen der Republikaner, er unterstrich auch Rick Perrys jüngsten Abstieg. In den neusten Umfragen ist der texanische Gouverneur hinter Herman Cain zurückgefallen, nachdem er die Wähler in den September-Debatten mit schwachen Auftritten vergrault hat. Mit dem Duell am runden Tisch vom Dienstagabend wird Perry kaum an Boden gewonnen haben. Laut der «Washington Post» entglitt ihm die Diskussion mehrmals für längere Zeitabschnitte. Wenn er sich dann zu einem Thema äusserte, leierte er immergleiche Statements über die Notwendigkeit einer unabhängigen Energieindustrie wie ein Mantra herunter.

Nun wird sich zeigen, ob es Rick Perry schafft, die Kurve noch einmal zu kriegen. Immerhin verfügt der 51-Jährige über eine Wahlkampfkasse von rund 17 Millionen Dollar und hat laut der «New York Times» damit ein grösseres Budget zur Verfügung als Mitt Romney. Dies dürfte ihm in einer nächsten Runde des Wahlkampfes zugutekommen. Dann nämlich, wenn sich der Kampf der Kandidaten auf die Fernsehspots ausweitet. Zumindest in ersten Web-Clips legt Rick Perry einen aggressiven Ton an den Tag, der ihm bei den Fernsehduellen fehlte.

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