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Rohani: Trump ist ein «Anfänger»

Der Ton zwischen Teheran und Washington wird rauer. Die beiden Präsidenten üben sich in Drohgebärden.

«Nieder mit den USA»: Eine Iranerin an den Feierlichkeiten in Teheran. (10. Februar 2017)
«Nieder mit den USA»: Eine Iranerin an den Feierlichkeiten in Teheran. (10. Februar 2017)
EPA/ABEDIN TAHERKENAREH, Keystone

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben seit Trumps Amtsantritt im Januar deutlich zugenommen: US-Präsident Donald Trump hat seinen iranischen Kollegen Hassan Rohani zur Mässigung aufgerufen. Rohani «sollte besser vorsichtig sein», sagte Trump mit Blick auf Äusserungen Ruhanis bei den Feierlichkeiten zum 38. Jahrestag der Islamischen Revolution in Teheran.

Der iranische Staatschef hatte die neue US-Regierung in einer Rede zuvor vor hunderttausenden Anhängern vor Drohungen gegen sein Land gewarnt. Wer eine «drohende Ausdrucksweise» gegen den Iran verwende, werde das bereuen, sagte Rohani.

Raketentest versus Einreisestopp

Der Iran hatte kürzlich eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet und damit scharfe Kritik des neuen US-Präsidenten auf sich gezogen. Trump lehnt auch das Atomabkommen mit dem Iran ab.

Auf grosses Unverständnis in Teheran war Trumps Dekret zu einem Einreisestopp für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten – unter ihnen der Iran – gestossen.

Zusätzliche Massnahmen sollen folgen: Am John F. Kennedy Flughafen in New York werden Passagiere kontrolliert. (31. Januar 2017)
Zusätzliche Massnahmen sollen folgen: Am John F. Kennedy Flughafen in New York werden Passagiere kontrolliert. (31. Januar 2017)
Mark Lennihan, Keystone
Stärkere Überprüfung: John Kelly von Homeland Security bei der Anhörung im Innenausschuss des US-Repräsentantenhauses am 7. Februar 2017 in Washington.
Stärkere Überprüfung: John Kelly von Homeland Security bei der Anhörung im Innenausschuss des US-Repräsentantenhauses am 7. Februar 2017 in Washington.
Getty/Mario Tama, AFP
Nach Trumps Willen soll Mexiko die gigantische Anlage an der 3200 Kilometer langen Grenze finanzieren. Die mexikanische Regierung lehnt dies jedoch strikt ab: Blick auf den Grenzzaun in Tijuana.
Nach Trumps Willen soll Mexiko die gigantische Anlage an der 3200 Kilometer langen Grenze finanzieren. Die mexikanische Regierung lehnt dies jedoch strikt ab: Blick auf den Grenzzaun in Tijuana.
Guillermo Arias, AFP
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«Newcomer» an der Macht

Die grosse Teilnehmerzahl an der Jubiläumsfeier sei eine Antwort auf «falsche Bemerkungen der neuen Herrscher im Weissen Haus» kritisierte Rohani die US-Iran-Politik. «Wir wollen keine Spannungen, sind keine Bedrohung, werden aber Drohungen und Respektlosigkeit nicht dulden», sagte Rohani weiter. In den Vereinigten Staaten seien «einige Newcomer» an der Macht.

An den Feierlichkeiten nahmen landesweit Millionen Menschen teil, allein auf dem riesigen Asadi-Platz im Teheraner Stadtzentrum versammelten sich hunderttausende Iraner.

Wie üblich bei offiziellen Kundgebungen hatten viele Demonstranten Plakate mit der Aufschrift «Tod für Amerika» dabei. Sie hielten zudem Fotos von US-Präsident Donald Trump hoch und trampelten auf US-Flaggen herum.

Nicht gegen das amerikanische Volk

Zahlreiche Iraner forderten allerdings über soziale Netzwerke, dass keine US-Flaggen verbrannt werden sollten. Ihrer Ansicht nach haben viele Amerikaner gemeinsam dafür gesorgt, dass der von Trump verordnete Einreisestopp für Iraner ausgesetzt wurde. Aus Dankbarkeit sollten die iranischen Proteste daher nur gegen die Regierung in Washington, nicht aber gegen das amerikanische Volk gerichtet sein.

Am Dienstag hatte bereits das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, Trumps Politik kritisiert. Trump zeige das «wahre Gesicht» der USA, das geprägt sei von «politischer, wirtschaftlicher, moralischer und sozialer Korruption» und vom Iran bereits seit 30 Jahren angeprangert werde.

Erinnerungen an Sieg über Schah-Regime

Der Jahrestag markiert im Iran den endgültigen Sieg über das mit den USA verbündete Schah-Regime. Damals im Jahr 1979 hatten die königstreuen Streitkräfte nach mehreren Tagen blutiger Kämpfe mit Milizen der Schah-Gegner in Teheran offiziell kapituliert.

Schah Mohammed Resa hatte angesichts der monatelangen Protestbewegung bereits im Januar das Land verlassen, woraufhin Anfang Februar Ayatollah Ruhollah Khomeini im Triumph aus seinem Pariser Exil zurückkehrte.

Ein Iraner durfte als erster Betroffener des Einreisestopps in die USA zurückkehren:

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