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Der unverstandene Revolutionsführer

Fidel Castro hat Darstellungen zurückgewiesen, er halte das kommunistische System in Kuba für nicht mehr praktikabel. Er habe genau das Gegenteil gemeint.

Der neue Präsident: Sein Bruder Raúl Castro hat mittlerweile die Führung des Landes übernommen. Er strebt sanfte Wirtschaftsreformen an.
Der neue Präsident: Sein Bruder Raúl Castro hat mittlerweile die Führung des Landes übernommen. Er strebt sanfte Wirtschaftsreformen an.
Keystone
Der Rebellenführer in den Bergen: Über zwei Jahre lang führte Fidel Castro einen Guerillakrieg.
Der Rebellenführer in den Bergen: Über zwei Jahre lang führte Fidel Castro einen Guerillakrieg.
Keystone
Fidel Castro am 23. Januar 2009. Er erlitt Mitte 2006 eine Darmblutung, worauf er sich von seinem politischen Ämtern zurückzog.
Fidel Castro am 23. Januar 2009. Er erlitt Mitte 2006 eine Darmblutung, worauf er sich von seinem politischen Ämtern zurückzog.
Keystone
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Er sei in einem Interview falsch interpretiert worden, sagte der 84-Jährige am Freitag in Havanna. Er habe genau das Gegenteil gemeint. In dem Interview mit dem amerikanischen Journalisten Jeffrey Goldberg habe er zwar gesagt, das kubanische Modell funktioniere nicht mehr. Allerdings habe er «genau das Gegenteil» gemeint, sagte Castro am Freitag.

Der US-Journalist habe die Ironie in seinen Worten nicht verstanden. Das kubanische Modell funktioniere noch immer. Vielmehr sei der Kapitalismus gescheitert. Er führe von einer Krise in die nächste und jedes Mal werde es schlimmer.

«Wie die ganze Welt weiss, ist meine Idee, dass der Kapitalismus nicht einmal mehr für die USA gut ist», sagte der 84-Jährige bei der Vorstellung eines weiteren Bandes seiner Memoiren in der Universität von Havanna. «Wie könnte ein solches System dienlich sein für ein sozialistisches Land wie Kuba?», fuhr Castro fort.

«Ich sagte ihm das ohne Bitternis und ohne Besorgnis»

Das in der US-Zeitschrift «The Atlantic» erschienene Interview hatte weltweit Aufsehen und ungläubiges Staunen darüber erregt, dass Castro seine sozialistischen Grundsätze über Bord werfen könnte. «Das kubanische Modell funktioniert nicht einmal mehr für uns», hatte der Revolutionsführer dem amerikanischen Journalisten Goldberg auf die Frage geantwortet, ob das kubanische System noch immer exportwürdig sei. «Ich sagte ihm das ohne Bitternis und ohne Besorgnis», erklärte Castro am Freitag weiter. «Es vergnügt mich jetzt zu sehen, wie er das buchstabengetreu interpretiert.»

Castro war im Juli 2006 am Darm operiert worden und hatte sich anschliessend nahezu komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Februar 2008 übergab er das Präsidentenamt nach 49-jähriger Regierungszeit an seinen jüngeren Bruder Raúl, blieb aber Chef der regierenden Kommunistischen Partei.

SDA/jak

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