Zum Hauptinhalt springen

Ob Maduros Tage gezählt sind, wird sich erst noch zeigen

Juan Guaidó ist es gelungen, die eingeschlafenen Strassenproteste wiederzubeleben. Doch der Autokrat Maduro klammert sich seit Jahren erfolgreich an die Macht.

Boris Herrmann
Juan Guaidó erklärt sich in den Strassen von Caracas zum Interimspräsidenten. (11. Januar 2019) Bild: AP

Der Vorsitzende des entmachteten Parlaments von Venezuela, Juan Guaidó, hat sich zum amtierenden Staatspräsidenten erklärt und Donald Trump hat ihn umgehend als legitimen Übergangspräsidenten anerkannt. Für den sich krampfhaft an die Macht klammernden Autokraten Nicolás Maduro sind das keine guten Nachrichten. Das heisst aber nicht automatisch, dass Maduros Tage gezählt sind. Er hält sich seit Jahren gegen alle Wahrscheinlichkeiten im Amt.

Nach Lage der Dinge, gibt es drei Möglichkeiten, das hungernde venezolanische Volk aus der Geiselhaft Maduros zu befreien. Der vermutlich schnellste Weg wäre eine militärische Invasion, angeführt von den USA, mit freundlicher Unterstützung von Brasilien. Aber das wäre auch der schlechteste Weg. Die ohnehin schon höchst instabile Region kann keinen Krieg mit unabsehbaren Folgen gebrauchen.

Der zweite Weg wäre eine Verhandlungslösung, die Maduro und seiner kriminellen Entourage einen geordneten Rückzug ermöglicht. Das wäre die beste Variante, aber es ist auch die unwahrscheinlichste. Maduro hat sich bislang gegen alle Verhandlungen, die diesen Namen verdienen, gesperrt.

Bleibt also der dritte Weg. Guaidó ist es gelungen, die eingeschlafenen Strassenproteste wiederzubeleben. Und er hat den Militärs, die bislang treu zu Maduro stehen, eine Amnestie in Aussicht gestellt – für den Fall, dass sie die Seiten wechseln. Das ist die erfolgversprechendste Strategie. Wenn die Regimegegner nicht mehr zusammengeknüppelt werden, dürfte Venezuela eine Protestwelle erleben, die Maduro wohl nicht überstehen würde.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch