Die erste Hilfslieferung des Roten Kreuzes erreicht Venezuela

Die Lieferung umfasst unter anderen dringend benötigte Medikamente. Der umstrittene Präsident Maduro hatte sich lange geweigert, Hilfe des IKRK anzunehmen.

Präsident Maduro lächelt von der Werbetafel; erst vor einer Woche hat er erklärt, die Güter ins Land zu lassen. (16. April 2019)

Präsident Maduro lächelt von der Werbetafel; erst vor einer Woche hat er erklärt, die Güter ins Land zu lassen. (16. April 2019) Bild: Manaure Quintero/Reuters

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Erste Hilfsgüter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sind in Venezuela eingetroffen. Ein Flugzeug mit Medikamenten und Stromgeneratoren an Bord landete am Dienstag auf dem Flughafen von Caracas, wie das IKRK über Twitter mitteilte.

Die aus Panama entsandte Ladung ist Teil einer Aufstockung der humanitären Hilfe für Venezuela um fast das Dreifache auf knapp 25 Millionen Dollar. Dies hatte das IKRK vor wenigen Tagen beschlossen.

«Wir bitten alle, die Politisierung dieses grossen Erfolgs zu vermeiden», erklärte der Präsident des venezolanischen Roten Kreuzes, Mario Villarroel. Die vorgesehene Auslieferung an 28 Spitäler in Venezuela werde nach den Prinzipien der Unabhängigkeit und Neutralität erfolgen. Das IKRK hatte kürzlich mit Venezuelas Gesundheitsministerium ein Abkommen unterzeichnet, um die Menschen notversorgen zu können.

Venezuela befindet sich in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise, die das Gesundheitssystem, die Nahrungsmittelversorgung und die Stromzufuhr an den Rand des Kollapses geführt hat. Staatschef Nicolás Maduro hat arbeitsfreie Tage für die gesamte Osterwoche erklärt, um die beschädigten Elektrizitätsnetze zu reparieren. Seit Anfang März leidet Venezuela unter weit verbreiteten Stromausfällen.

Der Oppositionsführer und selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó war im Februar damit gescheitert, gegen Maduros Widerstand Hilfsgüter insbesondere aus den USA nach Venezuela zu bringen. Das Militär, das weiter loyal zu Maduro steht, blockierte die Lieferungen.

Maduro hatte sich lange gegen Hilfslieferungen aus dem Ausland gesperrt. Er bezeichnet sie als Versuch, den Boden für eine von den USA angeführte Militärinvasion zu bereiten. Washington zählt zu den wichtigsten Unterstützern Guaidós. (nag/sda)

Erstellt: 16.04.2019, 19:14 Uhr

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