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Die «kreative» Rolle der Schweiz in Cancún

Die erste Woche der Klimaverhandlungen endete ohne nennenswerten Fortschritt. Die Schweiz soll nun bei der Vorantreibung der Klimaziele eine wichtige Rolle spielen.

Die erste Woche des Klimagipfels im mexikanischen Cancún ist erwartungsgemäss schwierig verlaufen. Die Verhandlungen auf Unterhändlerebene waren geprägt von Streitereien um Verfahrensabläufe. Die Schweiz will die Verhandlungen mit einem Vorschlag zur Finanzierung des Klimafonds vorwärts bringen.

Der Fonds sei ein ganz wichtiger Schritt für die weiteren Verhandlungen, sagte Franz Perrez, Leiter der Schweizer Verhandlungsdelegation in Cancún, am Montag der Nachrichtenagentur SDA. Denn die Entwicklungsländer forderten mehr Gelder für die Umsetzung der Klimaziele.

Rohstoffländer blockieren Verhandlungen

Die erste Woche des Klimagipfels, der noch bis 11. Dezember dauert, beurteilt Perrez als «schwierig». «Die Gespräche waren geprägt von Diskussionen über das Vorgehen», sagte er. So sei es nicht primär um Inhalte gegangen, sondern darum, auf welche Art und Weise verhandelt werden solle.

Insbesondere die Erdöl- und Erdgas exportierenden Entwicklungsländer hätten ein Vorwärtskommen blockiert, indem sie jedes Wort einzeln verhandeln wollten. Als Beispiele nannte Perrez Venezuela und Bolivien.

Patt-Situation

Als weiteres Problem nennt Perrez die «Patt-Situation» zwischen Industrie- und Entwicklungsländern: Um in Cancún doch noch einen Schritt in Richtung neues Klimaabkommen zu machen, müssten sich die Industrieländer als Erste zu Klimazielen verpflichten. Diese wiederum wollten sich erst auf Klimaziele festlegen, wenn auch die wichtigen Entwicklungsländer Einlenken signalisierten.

«Nun müssen die Industrieländer zeigen, dass sie vorwärts machen wollen», sagte Perrez. Nur so finde die Staatengemeinschaft aus der Blockade. Die Schweiz könne dabei eine wichtige Rolle spielen, erklärte er. Denn manchmal brauche es viel Kreativität, um alle zu überzeugen. Dazu sei die Schweizer Delegation in der Lage.

Dichtes Programm für Leuthard

Am Mittwoch und Donnerstag nimmt auch Bundespräsidentin und Umweltministerin Doris Leuthard am Klimagipfel teil. Neben einer Rede vor der Versammlung wird die Bundesrätin auch die Umweltintegritätsgruppe leiten. Zu der Gruppe, die von der Schweiz angeführt wird, gehören unter anderem auch Mexiko und Südkorea.

SDA/mrs

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