Zum Hauptinhalt springen

Die US-Armee zittert um ihren Supermachtsstatus

Der grössten Armee der Welt droht eine massive Budgetkürzung. Der Einschnitt hätte nicht nur Auswirkungen auf die militärische Stärke der USA, sondern auch auf den Arbeitsmarkt der angeschlagenen Grossmacht.

Ein Blick auf die Welt: Auf dem Stützpunkt Fort Campbell in Kentucky.
Ein Blick auf die Welt: Auf dem Stützpunkt Fort Campbell in Kentucky.
Keystone
Verteidigungsminister Leon Panetta fürchtet bei zusätzlichen Einsparungen um den Supermachtsstatus der US-Armee.
Verteidigungsminister Leon Panetta fürchtet bei zusätzlichen Einsparungen um den Supermachtsstatus der US-Armee.
Keystone
Die Anzahl der Schiffe der USA würde auf das Niveau von 1915 zurückfallen.
Die Anzahl der Schiffe der USA würde auf das Niveau von 1915 zurückfallen.
Keystone
1 / 4

Die US-Armee verliert an Grösse. Im kommenden Jahrzehnt wird sie gemäss einem früheren Beschluss 450 Milliarden Dollar einsparen müssen. Doch nun droht noch mehr Ungemach. Eine Superkommission von Republikanern und Demokraten muss infolge des Schuldenstreits vom Sommer bis zum 23. November zusätzliche Einsparmöglichkeiten für die kommenden zehn Jahre in der Höhe von 1,5 Billionen Dollar finden. Gelingt ihr dies nicht, werden automatisch 1,2 Billionen Dollar gekürzt, die Hälfte davon beim Militär.

Für US-Verteidigungsminister Leon Panetta ist dies ein Schreckensszenario. In einem eindringlichen Brief an die beiden Senatoren John McCain und Lindsey Graham, die beide dem Verteidigungsausschuss des Senats angehören, schreibt er von «verheerenden Folgen und beträchtlichen Risiken» für die Sicherheit der USA. Bei Einsparungen in der Höhe von einer Billion Dollar in den nächsten zehn Jahren müssten 23 Prozent des Verteidigungsbudgets gekürzt werden, warnt Panetta.

Eine US-Armee im Miniformat

Als Folge dessen würden Bau- und Rüstungsvorhaben eingestellt, zahlreiche zivile Angestellte entlassen und die Armeegrösse reduziert. Im schlimmsten Fall wären gemäss Stephen Fuller von der George Mason University eine Million Stellen in Gefahr, davon 65 Prozent in der Privatwirtschaft.

«Bei diesen Einschnitten würden wir die kleinste Zahl an Bodentruppen seit 1940, die wenigsten Kriegsschiffe seit 1915 und die kleinste Flugwaffe in der Geschichte haben», zitiert die «Washington Post» Panettas Brief. Das Militär würde zu einem «Papiertiger» reduziert, was eine «Einladung» zum Angriff auf die USA darstellen würde, so der Verteidigungsminister weiter.

Gemäss Leo Panettas Einschätzung würden die Maximalkürzungen zu «einem schnellen Niedergang der USA als führende Militärmacht der Welt» führen. «Wir müssten als Folge eine neue Sicherheitsstrategie ausarbeiten, bei der wir riskieren würden, nicht alle Verteidigungsbedürfnisse erfüllen zu können.»

Noch immer die grösste Armee

Heute sind die USA für rund 40 Prozent der weltweiten Militärausgaben verantwortlich. Mit einem aktuellen Jahresbudget von 685 Milliarden Dollar gehen rund ein Fünftel der amerikanischen Staatsausgaben ins Pentagon. Nach Angaben der Weltbank verschlingen die Streitkräfte 4,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA. Kaum ein anderes Land verwendet einen höheren Teil seiner Wirtschaftskraft für das Militär.

Mit den eingeplanten Einsparungen in Höhe von 485 Milliarden Dollar haben sich die USA jedoch endgültig von den Bush-Jahren abgewendet, in denen das Verteidigungsbudget infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 und den darauf folgenden Kriegen in Afghanistan und im Irak massiv angestiegen war.

Es bleibt eine Woche

Nun muss das Superkomitee entscheiden, ob die USA beim Armeeabbau noch einen bedeutenden Schritt weiter gehen werden, als bereits vorgesehen ist. Bis zum 23. November bleibt den zwölf Mitgliedern aus beiden grossen Parteien Zeit, Panettas Schreckensszenario abzuwenden – oder Tatsache werden zu lassen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch