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US-Navy baut Unterwasser-Schlagkraft aus

2,5 Milliarden Dollar teuer, mit Hightech ausgerüstet – und jetzt in See gestochen: Wen die USS John Warner vor allem beeindrucken soll.

Aus dem Weg: Die US-Navy spürt dank dem neusten U-Boot Auftrieb. (Video: TA/lko)

Am Samstag wurde die USS John Warner bei der Einweihungszeremonie in Virginia mit grossem Tamtam vorgestellt und als neue amerikanische Wunderwaffe angepriesen. Am aussergewöhnlichsten ist wohl, dass das U-Boot nicht mehr mit einem Periskop gesteuert wird, wie man es aus alten Kriegsfilmen kennt. Stattdessen nutzt es einen Mast, der mithilfe von Infrarot hochauflösende Aufnahmen direkt auf Computerbildschirme im Kommandozentrum überträgt.

Dort benötigt es nur zwei Besatzungsmitglieder, die das U-Boot steuern. Aufgrund der neuen Technologie konnte die Zahl der Fahrer halbiert werden. Die beiden Steuermänner benutzen einen Joystick, der an Videospiele erinnert, um das gut 100 Meter lange U-Boot zu kontrollieren. Sie sind Teil einer etwa 135 Mann grossen Mannschaft, die in der USS John Warner dereinst unterwegs sein wird. Die ersten Missionen sind für nächstes Jahr geplant.

Torpedos, Unterwasserfahrzeuge, Drohnen

Admiral Jonathan Greenert, Chef der amerikanischen Marineoperationen, bezeichnete das U-Boot der neusten Generation als «das tödlichste Kriegsschiff». Es verfügt nicht nur über 12 Tomahawk-Raketen und ebenso viele Torpedos, sondern kann unter anderem auch unbemannte Unterwasserfahrzeuge und -drohnen einsetzen. Das U-Boot wurde für lange Einsätze konzipiert, ausgerüstet mit einem eigenen Atomantrieb und einem System, das Trinkwasser und Luft produzieren kann – eine Maschine trennt dafür den Sauerstoff vom Wasserstoff.

Dass diese Technologie teuer ist, leuchtet ein. Etwa 2,5 Milliarden Dollar hat die US-Navy investiert. Dennoch dürfte es kaum zu einem Aufschrei der amerikanischen Steuerzahler kommen, die letztlich für die Kosten aufkommen. Die neuste Entwicklung ist nur halb so teuer wie diejenige der sogenannten Seawolf-Klasse, des Vorgängermodells. Davon waren nur drei Exemplare gebaut worden, wegen der hohen Kosten und weil es den strategischen Anforderungen schnell nicht mehr gewachsen war.

Chinesische Konkurrenz

Die US-Navy sah sich aufgrund der internationalen Konkurrenz gezwungen, eine neue Generation von Angriffs-U-Booten zu entwickeln. Vor allem China will den USA die Vormachtstellung unter Wasser streitig machen. Im April dieses Jahres gab die chinesische Regierung den Bau einer neuen Version U-Boote in Auftrag, die in der Lage sein sollen, Raketen mit einer Weite von über 400 Kilometern abzufeuern und Flugzeugträger zu versenken. Diese Meldung liess die Amerikaner sorgenvoll nach Peking blicken. «Uns gehört das Unterwassergebiet. Wir müssen schauen, dass dies auch in Zukunft so bleibt», sagte John Warner, langjähriger US-Senator und Namensgeber des neuen amerikanischen U-Boots.

CNN/ Business Insider/wig.

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