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Die WM-Kritiker haben recht

Brasilien freut sich kaum auf die Fussball-WM, und dies mit gutem Grund. Für ein Land mit maroder Infrastruktur wurde schlicht zu viel Geld verschwendet.

Brasilien gibt viel Geld für Stadien aus, aber wenig für das Volk: Junge Fussballspieler in Rio de Janeiro. Foto: Felipe Dana (AP, Keystone)
Brasilien gibt viel Geld für Stadien aus, aber wenig für das Volk: Junge Fussballspieler in Rio de Janeiro. Foto: Felipe Dana (AP, Keystone)

Selbst auf die Gefahr hin, im Nachhinein als Miesepeter dazustehen. Selbst wenn es denkbar ist, dass die Fussball-WM in Brasilien zu einer mitreissenden Jubelfeier wird und nach dem Anpfiff am 12. Juni niemand mehr von Protesten spricht: Die Kritik, ja die Ablehnung, die dem Anlass nicht nur von organisierten, oft politisch motivierten Gruppierungen, sondern auch von grossen Teilen der brasilianischen Gesellschaft entgegenschlägt, ist berechtigt. Als die Fifa Brasilien 2007 zum Austragungsort bestimmte, waren Umfragen zufolge 80 Prozent der Bevölkerung begeistert. Heute ist der Anteil auf unter 50 Prozent gesunken, und laut einer kürzlich durchgeführten Erhebung wäre es fast jedem zweiten Einwohner Rio de Janeiros egal, wenn die brasilianische Nationalmannschaft ausscheiden würde. Waren kurz vor Beginn der WM in Südafrika die Strassen der Stadt gelb-grün beflaggt, zeugt heute fast nichts von Vorfreude.

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