Diese neun diskutieren mit Donald Trump

Fox News bestimmte die zehn Teilnehmer des ersten TV-Duells der republikanischen Präsidentschafts-Bewerber.

Ist am Donnerstag dabei: Republikanischer Präsidentschaftskandidat Jeb Bush. (Archivbild)

Ist am Donnerstag dabei: Republikanischer Präsidentschaftskandidat Jeb Bush. (Archivbild) Bild: Charles Krupa/Keystone

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Noch liegt der Tag, an dem die Vereinigten Staaten den Nachfolger von Präsident Barack Obama bestimmen, 15 Monate in der Zukunft. Den ersten Härtetest müssen die republikanischen Politiker, die Obama ablösen wollen, aber bereits am Donnerstag bestehen. Dann veranstaltet der Nachrichtensender Fox News die erste grosse Fernsehdebatte des Wahlkampfes 2016.

In den vergangenen Wochen dominierte der dröhnende Milliardär Donald Trump die Diskussion. Werden sich die anderen Präsidentschaftsbewerber Gehör verschaffen können? Angesichts des 17-köpfigen republikanischen Bewerberfeldes hat sich Fox News entschieden, nur die zehn Politiker mit den besten Umfragewerten zu der abendlichen Debatte in Cleveland (Freitag, 3 Uhr MESZ) einzuladen.

Rick Santorum ist nicht dabei

Neben dem in jüngsten Erhebungen deutlich führenden Trump sind dies Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, Wisconsins Gouverneur Scott Walker, der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der pensionierte Neurochirurg Ben Carson, die Senatoren Ted Cruz, Marco Rubio und Rand Paul sowie die Gouverneure von New Jersey und Ohio, Chris Christie und John Kasich.

Die sieben Bewerber, die es nicht in die beste Sendezeit geschafft haben, messen sich am Donnerstagnachmittag (23 Uhr MESZ) auf Fox News. Die Umfrage-Schlusslichter müssten am «Kindertisch» Platz nehmen, frotzelten US-Medien. Auf der B-Liste steht auch der erzkonservative frühere Senator Rick Santorum, der bei den Vorwahlen 2012 noch mehrere Bundesstaaten gewonnen hatte. «Landesweite Umfragen bedeuten überhaupt nichts», beklagte sich Santorum über die Auswahlkriterien und kündigte an, sich auf die erste Vorwahl Anfang Februar 2016 in Iowa zu konzentrieren.

Tatsächlich wäre es verfrüht, aus den aktuellen Umfragewerten schon Rückschlüsse auf den Ausgang des Nominierungsrennens bei den Republikanern zu ziehen. Allerdings könnte die Debatte zeigen, ob die Bewerber aus dem republikanischen Establishment ein Rezept finden gegen den Seiteneinsteiger Trump. Dies gilt vor allem für Bush, dessen Vater und Bruder bereits Präsident waren und dem wegen seiner Kontakte zu Grossspendern gute Chancen für die Kandidatur eingeräumt werden.

Poltender Milliardär

Der durch eine eigene Reality-TV-Show geschulte Trump führt einen improvisiert wirkenden Wahlkampf mit stark populistischer Ausrichtung. Der Milliardär poltert gegen die politische Elite in Washington, bezeichnete mexikanische Einwanderer pauschal als «Vergewaltiger» und giftet gegen China und andere Länder, die US-Unternehmen angeblich beim Handel über den Tisch ziehen. Zumindest bei einem Teil der republikanischen Anhänger scheint dieser unverblümte Stil sehr gut anzukommen.

Im direkten Vergleich mit potenziellen demokratischen Kandidaten schneidet der schillernde Immobilientycoon dagegen schlecht ab. Die frühere Aussenministerin Hillary Clinton, die als Favoritin bei den Demokraten gilt, würde Trump laut einer vergangenen Woche veröffentlichten Umfrage mit 48 zu 36 Prozent schlagen. Auch gegen den links von Clinton stehenden Senator Bernie Sanders und den bislang gar nicht antretenden Vizepräsidenten Joe Biden würde er demnach verlieren.

Bush bleibt sachlich

Bush bemüht sich um einen sachlichen Politikstil und redet am liebsten über die wirtschaftliche Bilanz seiner Amtszeit in Florida. Zugleich vertritt der mit einer Mexikanerin verheiratete Ex-Gouverneur gemässigte Ansichten in der Einwanderungspolitik. Mit Blick auf das krawallige Auftreten von Trump scherzte er vergangene Woche, dass glücklicherweise der Mediziner Carson an der Debatte teilnehme: «Bevor das Ding vorbei ist, brauchen wir vielleicht einen Arzt.»

Trump schraubte die Erwartungen an seinen Auftritt derweil herunter. «Ich bin kein Debattierer», sagte er am Wochenende in einer Talkshow und wurde dann philosophisch: «Vielleicht ist mein ganzes Leben in gewisser Weise eine Debatte.» Das Rampenlicht ist ihm am Donnerstag aber sicher. Als Spitzenreiter in den Umfragen bekommt Trump das Pult in der Mitte des Podiums zugewiesen. Alle anderen Präsidentschaftsbewerber müssen sich zumindest räumlich an ihm ausrichten. (chk/AFP)

Erstellt: 05.08.2015, 02:30 Uhr

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