Tech-Giganten gegen Trump – dieser Kampf ist kein Zufall

Die Hightech-Welt greift Trump an. Ohne Einwanderer gäbe es das Silicon Valley nämlich so nicht. Diese US-Grosskonzerne wurden von Immigranten gegründet.

Hat deutsche, österreichische und polnische Wurzeln: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Hat deutsche, österreichische und polnische Wurzeln: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Bild: Stephen Lam/Reuters

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Der von US-Präsident Donald Trump verfügte Einwanderungsstopp gegen die Bürger sieben muslimischer Länder trifft die amerikanische Hightech-­Industrie besonders hart. Wie kaum eine andere Branche ist sie auf offene Grenzen und internationale Vernetzung angewiesen. Tim Cook, Chef des Musikgiganten Apple, brachte es in einer E-Mail an seine Belegschaft auf den Punkt: «Das ist eine Politik, die wir nicht unterstützen. Ohne Einwanderung würde es Apple nicht geben», schrieb er und meinte damit Steve Jobs.

Der verstorbene Apple-Gründer Jobs wurde als Sohn eines syrischen Politikstudenten und einer Amerikanerin deutscher und Schweizer Abstammung in San Francisco geboren. Er war so etwas wie der Prototyp der aufstrebenden Firmengründer aus dem Silicon Valley. Denn zahlreiche amerikanische Hightech-Unternehmen wurden von Immigranten erster oder zweiter Generation gegründet.

Zum Beispiel Fahrzeughersteller Tesla: Gründer Elon Musk stammt aus Südafrika und kam erst 1992 für ein Studium an der University of Pennsylvania in die USA. Zuvor war er nach Kanada – dem Heimatland seiner Mutter – geflüchtet, um dem Wehrdienst in der südafrikanischen Armee unter dem Apartheidregime zu entgehen. Unter anderem wurden auch Amazon, Oracle, IBM, Uber, Yahoo, AT&T und Ebay von Einwanderern oder deren Kindern gegründet.

Google-Mitgründer Sergey Brin kam zusammen mit seinen Eltern als Sechsjähriger in die USA, nachdem sich in der damaligen Sowjetunion eine antijüdische Stimmung breitgemacht hatte. Der Russe schloss sich kürzlich spontan einer Anti-Trump-Demonstration am Flughafen San Francisco an. «Ich bin hier, weil ich ein Flüchtling bin», sagte er.

Auch Mark Zuckerberg, Vater der Social-Media-Plattform Facebook, kritisierte Trumps Vorgehen und begründete seine öffentliche Kritik mit seiner Herkunft: «Meine Grosseltern kamen aus Deutschland, Österreich und Polen.» Die USA seien eine Nation von Immigranten und könnten von Menschen mit Talent profitieren, die ins Land kommen würden.

Zuckerbergs Aussage bestätigt der Bericht «Immigration in America» des renommierten Kapitalgebers KPCB aus dem Jahr 2013. Dieser zeigte auf, dass fast die Hälfte der umsatzstärksten US-Unternehmen von Einwanderern erster und zweiter Generation gegründet wurden.

42 Prozent der amerikanischen Firmen, die es 2012 in die jährlich vom Wirtschaftsmagazin «Fortune» herausgegebene Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt schafften, gingen auf Immigranten zurück. Zusammen schufen diese Firmen über 10 Millionen Jobs und 4,5 Billionen Dollar Umsatz. Das entsprach 30 Prozent des US-Bruttoinlandprodukts.

Die amerikanische Innovation profitiert also von einer starken Einwanderung. Zu diesem Schluss kam auch eine 2016 veröffentlichte Studie der «National Foundation for American Policy». Sie zeigte, dass 51 Prozent der US-Start-ups mit einem Wert von über einer Milliarde Dollar mindestens einen Einwanderer als Mitgründer haben. «Immigranten spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung neuer, schnell wachsender Firmen», so die Studie.

Erstellt: 31.01.2017, 16:03 Uhr

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