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Drahtzieher von Mohammed-Video muss ins Gefängnis

Der Verantwortliche des islamfeindlichen Schmähvideos habe gegen seine Bewährungsauflagen verstossen. Nakoula Basseley Nakoula stelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Die Polizei brachte ihn ins Gefängnis.

Gegen Bewährungsauflagen verstossen: Nakoula Basseley Nakoula wird aus dem Gerichtsgebäude in Los Angeles gefahren. (28. September 2012)
Gegen Bewährungsauflagen verstossen: Nakoula Basseley Nakoula wird aus dem Gerichtsgebäude in Los Angeles gefahren. (28. September 2012)
Keystone

Der mutmassliche Drahtzieher hinter dem islamfeindlichen Mohammed-Video ist in den USA verhaftet worden. Nakoula Basseley Nakoula werden Verstösse gegen seine Bewährungsauflagen nach einer früheren Verurteilung vorgeworfen, wie US-Medien berichteten.

So durfte Nakoula unter anderem nur mit ausdrücklicher Zustimmung seines Bewährungshelfers einen Computer und das Internet benutzen. Der 55-Jährige habe gegenüber Bewährungshelfern falsche Angaben gemacht, sagte die Richterin Suzanne Segal der «Los Angeles Times» zufolge. Zudem stelle er eine «gewisse Gefahr für die Allgemeinheit» dar.

Dem Gericht fehle derzeit das Vertrauen in den Mann. Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge wird er nicht gegen Kaution freigelassen werden. Das Dokument zur Entscheidung war im US- Gerichtssystem für die Öffentlichkeit gesperrt.

Nakoula war nach der Veröffentlichung des Videos untergetaucht, erschien aber gestern zur Gerichtsanhörung und wurde anschliessend in Gewahrsam genommen.

Der Film «Unschuld der Muslime», in dem der Propheten Mohammed als Frauenheld und Homosexueller dargestellt wird, wurde im Sommer 2011 in der Nähe von Los Angeles gedreht. Einige US-Medien bezeichnen Nakoula als Filmemacher oder Produzenten, andere als Drahtzieher hinter dem Streifen.

Schauspielerin klagt

Es gibt mehrere Hinweise auf Nakoulas Verbindung zum Film. So wurde er von der teilnehmenden Schauspielerin Cindy Lee Garcia verklagt, die einen Clip aus dem Film aus dem Netz entfernt haben will. Er soll Teilnehmer für den Film über das Internet angeworben haben. Ausserdem behauptet ein weiterer Schauspieler, er sei mit Checks von einem Konto bezahlt worden, das mit Nakoula in Verbindung gebracht wird.

Im Internet platzierte Ausschnitte des Films sorgen seit mehreren Wochen für massive Proteste in der islamischen Welt. Dabei gab es mehrere Tote. Der Film wurde auch als Grund für den Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi angeführt, bei dem der US- Botschafter Chris Stevens sowie drei weitere Amerikaner getötet wurden.

Die Google-Videoplattform Youtube sperrte das Video in mehreren Ländern, behält es unter Hinweis auf die Redefreiheit aber grundsätzlich online.

Ungedeckte Schecks

Nakoula war in den 90er Jahren wegen eines Drogendelikts und 2010 wegen Bankbetrugs verurteilt worden. Die Auflagen, gegen die er jetzt verstossen haben soll, stammen aus dem zweiten Fall. Grund für die Beschränkungen war, dass er ungedeckte Schecks unter 14 verschiedenen Namen in Umlauf gebracht haben soll.

Die Schauspielerin Garcia war vor Gericht mit einem ersten Versuch gescheitert, die Ausschnitte aus dem Netz nehmen zu lassen, weil sie ohne ihre Einwilligung veröffentlicht worden seien. In einer erweiterten Klage gegen Nakoula sowie Google und Youtube beansprucht sie zusätzlich das Urheberrecht - und könnte bei einem Erfolg als Copyright-Inhaberin die Löschung beantragen.

sda/AFP/chk/kle

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