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«Dreamteam» gegen Trump

Sonderermittler Robert Mueller hat Topjuristen um sich geschart. Deren bisherige Fälle sind spektakulär.

Geballtes juristisches Know-how für die Untersuchung der Russland-Affäre: Robert Mueller (rechts) und Aaron Zebley, der dem Team des Sonderermittlers angehört.
Geballtes juristisches Know-how für die Untersuchung der Russland-Affäre: Robert Mueller (rechts) und Aaron Zebley, der dem Team des Sonderermittlers angehört.
Keystone

Als Sonderermittler hat Robert Mueller den Auftrag erhalten, die Beziehungen zwischen Donald Trumps Wahlkampfteam und russischen Regierungskreisen zu untersuchen. Doch jetzt ermittelt der einstige FBI-Chef sogar gegen den US-Präsidenten – wegen möglicher Behinderung der Justiz. Bei seinen politisch delikaten Ermittlungen stützt sich Mueller auf die Mitarbeit von prominenten und sehr erfahrenen Juristen, die beim US-Justizdepartement oder bei der Bundespolizei FBI Karriere gemacht hatten.

Die Juristen des Mueller-Teams gehören zu den Besten des Landes, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Justizexperten berichtet. Die ersten Anstellungen, die der Sonderermittler getätigt hat, lassen annehmen, dass die Untersuchungen zur Russland-Affäre und zu Trump nicht zu einer Alibiübung verkommen werden.

Zum Mueller-Team gehört zum Beispiel Michael Dreeben, ein hochrangiger Jurist im US-Justizdepartement. Er wirkt als oberster Prozessvertreter der amerikanischen Regierung vor dem Supreme Court, dem höchsten Gericht des Landes. Dreeben geniesst sowohl bei Demokraten als auch bei Republikanern ein hohes Ansehen. Ihm wird ein enzyklopädisches Wissen über das Strafrecht nachgesagt. Vor dem Supreme Court hat er die US-Regierung schon in über hundert Fällen vertreten. «Seine Loyalität gilt nur der Verfassung», meint Preet Bharara, ein ehemaliger New Yorker Staatsanwalt.

In Muellers Ermittlerteam, das von US-Medien bereits als «Dreamteam» bezeichnet wird, wirken auch langjährige enge Weggefährten mit. Aaron Zebley zum Beispiel war Muellers Stabschef beim FBI. Nach Muellers zwölfjähriger Amtszeit als FBI-Chef arbeiteten beide für die renommierte Anwaltskanzlei WilmerHale in Washington. In seinen Anfängen beim FBI hatte Zebley als führender Ermittler gegen Terroristen der al-Qaida gearbeitet. Die nationale Sicherheit ist ein Spezialgebiet von Zebley.

Als herausragender Jurist gilt auch Andrew Weissmann, der im US-Justizdepartement einst die Abteilung für Betrugskriminalität geleitet hatte. Ein besonders spektakulärer Fall war die kriminelle Rekordpleite des US-Energiekonzerns Enron – Weissmann ermittelte gegen mehr als 30 Personen, darunter waren die Enron-CEOs Jeffrey Skilling und Kenneth Lay. Zu Weissmanns Erfolgen zählt auch der Kampf gegen die mafiöse Unterwanderung der Wallstreet. Als Staatsanwalt brachte er etliche führende Köpfe der New Yorker Mafiafamilien Genovese, Colombo und Gambino vor Gericht.

Ein weiterer Topmann im Mueller-Team ist James Quarles. Als junger Jurist hatte Quales dem Ermittlerteam angehört, das den Watergate-Skandal untersuchte und den Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon veranlasste. Quarles und Mueller kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim FBI und zuletzt bei der Anwaltskanzlei WilmerHale.

Muellers Team ist noch lange nicht vollständig. Gemäss Medienberichten könnte es auf 50 bis 100 Juristen und Ermittler anwachsen. Tom Hanusik, ein früherer Staatsanwalt im Enron-Fall, spricht bereits von «einem unglaublich intelligenten Team, das hartnäckige und sorgfältige Ermittlungen durchführen wird».

US-Präsident Trump hat sich inzwischen gegen den Verdacht der Justizbehinderung gewehrt. Zum entsprechenden Bericht der «Washington Post» schrieb Trump auf Twitter: «Sie haben eine Geschichte über eine falsche Absprache mit den Russen erfunden, null Beweise gefunden und jetzt fallen sie über Behinderung der Justiz bei der falschen Geschichte her. Nett.» Kurze Zeit später fügte er ebenfalls auf Twitter hinzu: «Sie erleben die grösste einzelne Hexenjagd in der politischen Geschichte Amerikas – angeführt von einigen sehr schlimmen und sich widersprechenden Leuten!»

Trumps Anwalt Marc Kasowitz nannte es «skandalös, unentschuldbar und illegal», dass Interna der Ermittlungen des Mueller-Teams an die Medien geraten seien. Die Informationen der «Washington Post» dementierte er nicht.

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