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Ein bisschen Indianerin

Eine demokratische US-Senatorin betreibt eine kuriose Kampagne.

Sie hat ihre indianischen Wurzeln nachgewiesen: Senatorin Elizabeth Warren. Foto: Charles Krupa (AP, Keystone)
Sie hat ihre indianischen Wurzeln nachgewiesen: Senatorin Elizabeth Warren. Foto: Charles Krupa (AP, Keystone)

Dass sich Elizabeth Warren, die linke Senatorin aus Massachusetts, Harvard-Professorin und meinungsstarke Juristin, das antun will – in zwei Jahren gegen Donald Trump anzutreten: Jetzt muss selbst ihr klar geworden sein, wie gering ihre Chancen sind. Denn ein politischer Berater hat sie kritisiert, dessen Kompetenz nicht zu bestreiten ist. Er hat als Chefstratege mitgeholfen, einen Kandidaten zum Präsidenten zu machen und diesem Präsidenten vier Jahre später zur Wiederwahl zu verhelfen. Der Präsident hiess Barack Obama, sein Helfer heisst David Axelrod.

Nun hat Axelrod eine Kandidatin abgeschrieben, die noch nicht einmal Kandidatin ist. Zwar lässt Elizabeth Warren weiter offen, ob sie sich zu einer Präsidentschaftskandidatur entscheiden wird. Aber niemand glaubt ihr mehr. Axelrod schon gar nicht. Er glaubt auch nicht an ihre Wahl.

Was ihn skeptisch macht, ist Warrens kurioses Manöver. Dieses hat, wie so vieles in den USA, mit Trump zu tun. Der amerikanische Präsident wirft der Demokratin seit Jahren vor, sie wolle sich mit der Lüge bei Minderheiten beliebt machen, teilweise indianischer Herkunft zu sein. Natürlich attackiert Trump sie vor allem deshalb, weil sie linke Ansichten vertritt und er bei seinen Wählern damit die ganze Demokratische Partei desavouieren kann.

Als Reaktion darauf hat Warren nun die Unterstellung in ein positives Stigma verkehrt: Stolz zeigt sie einen DNA-Test vor, der einen Ureinwohner als Vorfahren vor einigen Generation belegt. Das soll Trumps Behauptung entkräften. Und sie verlangt von ihm, jetzt die Million Dollar für gute Zwecke einzuzahlen, die er für einen solchen Nachweis versprochen hatte. Trump tut natürlich nichts dergleichen. Und wünscht sich nichts mehr, als 2020 gegen sie anzutreten.

Für einmal kann man ihn verstehen: Warrens Kampagne scheint ihr zu schaden. Sie gilt als engagierte und unerschrockene Kämpferin für Gerechtigkeit. Aber ihr Video zum Thema mutet eitel an und elitär, der Nachweis einer so geringen indianischen Herkunft lächerlich. Die Wirkung ihres Auftritts wird viel schneller spürbar als die Absicht. Und zwar so offensichtlich, dass Warren damit jene Wähler beleidigt, denen sie gefallen möchte. Denselben Fehler machte schon Hillary Clinton. Das mochten viele Amerikaner nicht. Und Amerikanerinnen auch nicht.

(Redaktion Tamedia)

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