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Ein Interview bewegt die USA

Was passiert, wenn der schwule Star-Moderator von CNN auf eine Republikanerin trifft, die sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe aussprach.

Nicht auf der gleichen Wellenlänge: Anderson Cooper und Pam Bondi. (Screenshot: Twitter/CNN)
Nicht auf der gleichen Wellenlänge: Anderson Cooper und Pam Bondi. (Screenshot: Twitter/CNN)

Nach dem Massaker in Orlando traf sich CNN-Starmoderator Anderson Cooper mit Pam Bondi, der zuständigen Generalstaatsanwältin Floridas. Die Republikanerin hatte sich in der Vergangenheit gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen, trat nach dem jüngsten Attentat aber auf einmal als Verfechterin der Rechte Homosexueller auf. Moderator Cooper, selbst schwul, befragte sie nun im TV zu den Widersprüchen – und drängte die Staatsanwältin in die Enge.

Er habe in den vergangenen Tagen mit vielen Lesben und Schwulen gesprochen, sagt er, und alle seien nicht wirklich Fan von Bondi. Auch, weil sie 2014 vor Gericht gestanden und gesagt habe, die gleichgeschlechtliche Ehe stelle eine Bedrohung für die Öffentlichkeit dar. Sie habe nie gesagt, dass sie etwas gegen Homosexuelle habe, konterte die Staatsanwältin. Sie habe damals vor Gericht lediglich geltendes Recht vertreten (inzwischen ist die Homo-Ehe in Florida legal).

«Glauben Sie wirklich, Sie sind eine Fürsprecherin der Gay-Community?»

Frage von Anderson Cooper an Pam Bondi

Der Moderator liess nicht locker und sprach sie wiederholt auf die Widersprüche an. Sie vertrete nur das, was in der Verfassung Floridas stehe, verteidigte sich Bondi immer wieder. Cooper hakte nach, ob ihre Aussagen nicht auch als Botschaft verstanden werden könnten für Menschen, die ohnehin Schlechtes (gegen die Gay-Community) im Schilde führten. Die Staatsanwältin verneinte natürlich, die Situation war ihr sichtlich unangenehm.

«Ich höre heute zum ersten Mal, dass Sie etwas Positives über Homosexuelle sagen.»

Vorwurf von Anderson Cooper an Pam Bondi

Die Menschen aus der LGBT-Gemeinde (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) wollten wissen, ob sie auf die Unterstützung der Behörden zählen könnten, fragte der Moderator. Die Staatsanwältin konnte darauf nur mit Ja antworten. Er höre heute zum ersten Mal, dass Sie etwas Positives über Homosexuelle sage, meinte daraufhin Cooper. Das sass. In zahlreichen US-Medien und Beiträgen in sozialen Netzwerken wird der schwule Moderator nun für sein mutiges Interview gefeiert. Er habe Bondi «absolut gegrillt», schrieb die «Washington Post». «Politico» meinte, Cooper habe Bondi «die Leviten gelesen».

Bildstrecke – das Attentag von Orlando:

In Anzug und Krawatte: Omar M. auf einer undatierten Aufnahme, die auf seiner Seite bei Myspace war.
In Anzug und Krawatte: Omar M. auf einer undatierten Aufnahme, die auf seiner Seite bei Myspace war.
AFP/myspace.com
Ein Patient und Ärzte schildern den Schrecken bei dem Massaker: Im Orlando Regional Medical Center trafen in den frühen Morgenstunden pausenlos Krankenwagen mit Verwundeten ein.
Ein Patient und Ärzte schildern den Schrecken bei dem Massaker: Im Orlando Regional Medical Center trafen in den frühen Morgenstunden pausenlos Krankenwagen mit Verwundeten ein.
Brendan Smialowski, AFP
Laut einem Journalisten hatte sich der Angreifer verschanzt und Geiseln genommen.
Laut einem Journalisten hatte sich der Angreifer verschanzt und Geiseln genommen.
Univision Florida Central, Keystone
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