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Seine nächste Attacke wird noch wütender

Die US-Presse wehrt sich gegen die immer heftigeren Beschimpfungen durch Trump. Die entfachte Wut wird es kaum besänftigen.

US-Präsident Trump baut darauf, dass seine ständigen Attacken gegen die Medien deren Glaubwürdigkeit untergräbt. Foto: Carlos Barria (Reuters)
US-Präsident Trump baut darauf, dass seine ständigen Attacken gegen die Medien deren Glaubwürdigkeit untergräbt. Foto: Carlos Barria (Reuters)

Wie wirksam die dauernden ­Attacken von Donald Trump auf die freie Presse sind, belegt eine kürzlich veröffentlichte Umfrage, in der 44 Prozent der republikanischen Wähler gesagt haben, der amerikanische Präsident solle die Macht haben, unliebsame Medien­häuser zu schliessen. Kaum ein Tag vergeht, an dem Trump die Presse nicht attackiert. Oft tut er das auf seinem Lieblings­medium Twitter, wo er seinem Ärger gern in Grossbuchstaben Luft macht.

Zuletzt hat Donald Trump gar in jeder seiner Wahlkampf­veranstaltungen massgebliche Teile seiner Reden darauf verwendet, die Presse zu ­beschimpfen und seine ­Anhänger aufzustacheln. Sein Ton wird immer rauer und roher. Medienvertreter bezeichnet er mal als «schreckliche Menschen», mal als ­«abscheulich», und nicht selten als «Feinde des Volkes».

Trumps Anhänger beschimpfen die Vertreter von Medien mittlerweile auf seinen Veranstaltungen, teils mit wutverzerrten Gesichtern. Sie brüllen, sie zeigen obszöne Gesten, und es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis diese von Trump entfachte Wut weiter eskaliert.

Der Präsident wird dann, wie er es immer tut, seine Unschuld beteuern. Keinesfalls habe er etwas gegen die freie Presse, wird er sagen. Er habe lediglich etwas gegen die Fake News. So bezeichnet er ­bekanntlich jede Form von Berichterstattung, die ihm nicht genehm ist.

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Dass am Donnerstag mehr als 100 amerikanische Zeitungen in Leitartikeln zum Ausdruck gebracht haben, wie gefährlich das Vorgehen des Präsidenten ist, war ein starkes Zeichen. Alle haben mitgemacht, Zeitungen aus dem Trump-Land Texas wie «The Dallas Morning News» oder «San Antonio Express-News» ebenso wie die liberale «New York Times» und der «Boston Globe», der die Aktion angestossen hat. Es war ein Ausdruck von Einigkeit in einem Land, das Trump immer weiter zu spalten sucht.

Ein Leichtes wäre es, nun zu sagen, hier habe sich die gleichgeschaltete Anti-Trump-Presse gegen den Präsidenten gewandt. Aber das stimmt nicht. Es haben sich die verschiedensten Publikationen an der Aktion beteiligt, liberale ebenso wie konservative, weil das, was der Präsident da tut, alle betrifft.

Trumps masslose Angriffe auf Medien schaden der Demokratie, und das Schlimmste ist, dass er das nicht, wie so vieles, aus Gedankenlosigkeit tut, sondern aus Kalkül. Vertrauten erzählte er einmal, wenn er die Presse bei jeder Gelegenheit infrage stelle, dann werde ihr bald niemand mehr glauben, wenn sie über seine Verfehlungen berichte.

«Journalisten sind nicht der Feind»: Klare Aussage des «Boston Globe». (Screenshot «Boston Globe»)
«Journalisten sind nicht der Feind»: Klare Aussage des «Boston Globe». (Screenshot «Boston Globe»)

Dabei steht Trump grundsätzlich sehr gern in der Zeitung, ist er doch grenzenlos eitel. In seiner Zeit als Immobilienunternehmer und Reality-TV-Star hat er unter falschem Namen in Redaktionen angerufen und versucht, Geschichten über sich selbst zu platzieren. Es ist auf fast rührende Weise lächerlich.

Beschimpfungen gegen Medien nehmen zu

Was er aber hasst, sind Artikel, in denen er nicht so gut wegkommt. Er duldet nicht die leiseste Form von Kritik und schlägt sofort um sich wie ein Kind ausser Kontrolle, wenn er kritisiert wird. Dieses Um-sich-Schlagen drückt sich in immer krasseren Beschimpfungen der Medien aus.

Dass nun so viele Redaktionen im ganzen Land sich mahnend an den Präsidenten gewandt haben, ist ein einmaliger Vorgang. Und eine wichtige Aktion im Sinne aller Amerikaner. Ob sie Trump zum Innehalten bewegen wird, zu einer Umkehr gar? Es ist fest davon auszugehen, dass seine nächste Attacke noch wütender wird.

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