Pläne: Trump wollte «Parade im Stil von Nordkorea»

Bei seiner Inauguration will Donald Trump gross auffahren. Ein Teammitglied enthüllt nun Fragwürdiges über Trumps Pläne.

«Sie haben tatsächlich an eine Parade im Stil von Nordkorea oder Russland gedacht»: Eine nordkoreanische Militärparade. (Archiv)

«Sie haben tatsächlich an eine Parade im Stil von Nordkorea oder Russland gedacht»: Eine nordkoreanische Militärparade. (Archiv) Bild: Vincent Yu/Keystone

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Mit Spannung erwartet die Welt die Vereidigung von Donald Trump als neuer US-Präsident. Man weiss bereits, dass Trump seine Inaugurationsrede selber geschrieben hat – und was für Musiker am Anlass auftreten werden. Jetzt wird mehr über die Rolle des Militärs bekannt.

Schon am Mittwoch hatte Trump gegenüber der «Washington Post» geäussert, er habe die Absicht bei Paraden, «das Militär zu zeigen». Was das genau bedeutet, liess Trump nicht durchblicken. Das Militär würde vielleicht die Pennsylvania Avenue hinuntermarschieren und ein paar Jets würden eventuell über New York und Washington fliegen.

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Ein grosses Militäraufgebot zur Einschwörung - eine gute Idee?





Die «Huffington Post» hat nun aus Kreisen des Inaugurations-Teams erfahren, welches Ausmass Trumps Militärpläne eigentlich hatten. Während einer Präsentation für die Machtübergabe habe ein Mitglied von Trumps Übergangsteam die Idee geäussert, für die Antrittsparade gar mit Panzern und Raketen auffahren zu wollen.

Wie auf dem Roten Platz in Moskau

Eine Quelle sagte dem Onlinemagazin mit Blick nach Pyongyang und dem Roten Platz in Moskau: «Sie haben tatsächlich an eine Parade im Stil von Nordkorea oder Russland gedacht.» (Originalzitat: «They were legit thinking Red Square/North Korea-style parade.») Das Militär habe die Idee aber «niedergeschossen». Einerseits sorge man sich darüber, «wie es aussehe», wenn schweres Militärgerät in Washington auffahre, andererseits habe man die Befürchtung, dass die tonnenschweren Panzer die Strassen zerstören könnten.

They were legit thinking Red Square/North Korea-style parade.»Ein Mitglied des Inaugurations-Teams

Das Verteidigungsministerium hat gemäss «Huffington Post» keinen Kommentar zu den Berichten machen wollen und die Zeitung an Trumps Übergangsteam weiterverwiesen. Dieses wiederum bestätigte, dass man eng mit dem Militär zusammenarbeite, verwies für «spezifische Aspekte» der militärischen Beteiligung an der Parade wieder zurück ans Verteidigungsministerium.

Washington am Tag der Inauguration.

Das Ministerium gab allerdings bekannt, dass man Trumps Wunsch nach fünf Überflügen der Parade durch die Airforce nachkommen werde. Solche militärischen Überflüge seien allerdings nicht üblich. Barack Obama verzichtete bei beiden Inaugurationen darauf, George W. Bush bei seiner zweiten. Bei der ersten gab es zwar Überflüge, sie fanden aber zwei Tage vor der Parade statt. Ronald Reagan habe Überflüge bei seiner zweiten Vereidigung in Erwägung gezogen, aber schliesslich darauf verzichtet. Der letzte Präsident, der dieses militärische Element in seine Parade integrierte, war Harry Truman 1949.

Eine sowjetische Militärparade, 1984. (rsz)

Erstellt: 20.01.2017, 12:55 Uhr

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