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Entsetzen oder unterdrücktes Niesen?

Das Foto ging um die Welt: US-Aussenministerin Hillary Clinton hält sich die Hand vor den Mund, als sie im Weissen Haus die Kommandoaktion auf Osama Bin Laden verfolgt. Was ging in ihr vor?

Erfahren die neusten Entwicklungen der Operation Geronimo: Barack Obama (hinten) und seine Berater sowie Aussenministerin Hillary Clinton, die bestürzt ihre Hand vor den Mund hält. (1. Mai 2011)
Erfahren die neusten Entwicklungen der Operation Geronimo: Barack Obama (hinten) und seine Berater sowie Aussenministerin Hillary Clinton, die bestürzt ihre Hand vor den Mund hält. (1. Mai 2011)
Weisses Haus
Bespricht sich mit Sicherheitsberater Tom Donilon: Barack Obama am 1. Mai.
Bespricht sich mit Sicherheitsberater Tom Donilon: Barack Obama am 1. Mai.
Weisses Haus
Erhält Glückwünsche: Obama schüttelt Admiral Mike Mullen die Hand, im Vordergrund Hillary Clinton.
Erhält Glückwünsche: Obama schüttelt Admiral Mike Mullen die Hand, im Vordergrund Hillary Clinton.
Weisses Haus
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US-Aussenministerin Hillary Clinton hält sich die Hand vor den Mund, als sie im Weissen Haus mit Präsident Barack Obama und dem übrigen Sicherheitsteam die Kommandoaktion auf Al-Qaida-Chef Osama bin Laden verfolgt. Sie scheint als Einzige im Situation Room ihr Entsetzen nicht verbergen zu können.

Doch Clinton will von dieser Interpretation ihrer Geste nichts wissen. Zwar bezeichnet sie den Einsatz als die «38 intensivsten Minuten meines Lebens», doch was in ihr vorgegangen sei, als das Foto entstand, wisse sie nicht mehr. Vielleicht habe sie nur ein Husten oder Niesen unterdrücken wollen, erklärte sie heute bei einer Pressekonferenz mit ihrem italienischen Kollegen Franco Frattini in Rom.

«Die Welt ist jetzt sicherer»

Der Einsatz der Elitetruppe sei nach «höchsten professionellen Standards» erfolgt, so Clinton. Bin Laden sei ein erklärter Feind der USA und eine Gefahr für die Menschheit gewesen. Durch seinen Tod seien die USA und die Welt sicherer geworden.

«Die Tötung Bin Ladens ist ein Zeichen der festen Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, sich gegen den Terrorismus zu wehren», betont die Aussenministerin vor den Medien. Die internationale Gemeinschaft solle jetzt ihre Bemühungen gegen den Terrorismus verdoppeln.

US-Einsatz in Pakistan ist der «richtige Ansatz»

Dies solle auch mit Hilfe Pakistans erfolgen. Das Land sei ein zuverlässiger Partner, mit dem die Beziehungen jedoch nicht immer einfach seien, erklärte Clinton. Zuvor hatte das Weisse Haus mitgeteilt, US-Präsident Barack Obama behalte sich das Recht vor, weiter gegen Terrorverdächtige in Pakistan vorzugehen.

Auf die Frage, ob der Präsident trotz der scharfen Kritik aus Islamabad erneut einen Einsatz auf pakistanischem Boden anordnen würde, sagte sein Sprecher Jay Carney am Mittwoch, Obama habe dies bereits während des Präsidentschaftswahlkampf zugesichert. Er sei weiterhin der Ansicht, dass dies der «richtige Ansatz» sei.

Obama hatte 2008 erklärt, er werde gegen Bin Laden oder andere ranghohe Vertreter des Terrornetzwerks auch in Pakistan vorgehen, wenn die dortige Regierung «unfähig oder nicht willens» sei, zu handeln.

Spannungen zwischen USA und Pakistan

Bin Laden wurde in der Nacht zum Montag von einer US- Spezialeinheit in Pakistan aufgespürt und getötet. Islamabad war über den Einsatz nicht vorab informiert, um zu verhindern, dass die Aktion auffliegt.

Dass der Terrorführer im pakistanischen Abbottabad angeblich unentdeckt Unterschlupf gefunden haben soll, sorgt für Spannungen zwischen Washington und Islamabad. Im Kampf gegen den Terror ist Pakistan eigentlich ein Verbündeter der USA. Allerdings wird der Regierung in Islamabad immer wieder vorgeworfen, nicht genügend gegen Al-Qaida oder die Taliban vorzugehen.

SDA/lcv

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