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Erste in Costa Rica festsitzende Kubaner dürfen weiterreisen

Ein Pilotprojekt erlaubt einigen Kubanern im Januar ihren Weg Richtung USA fortzusetzen. Havanna fürchtet ein Abwandern von Fachkräften.

Historisches Treffen: Barack Obama und Raul Castro während ihrer Unterredung am Amerika-Gipfel in Panama. (11. April 2015)
Historisches Treffen: Barack Obama und Raul Castro während ihrer Unterredung am Amerika-Gipfel in Panama. (11. April 2015)
Jonathan Ernst, Reuters
Der Amerika-Gipfel in Panama hat begonnen: US-Präsident Barack Obama (links) und Kubas Staatschef Raúl Castro begrüssen sich. (10. April 2015)
Der Amerika-Gipfel in Panama hat begonnen: US-Präsident Barack Obama (links) und Kubas Staatschef Raúl Castro begrüssen sich. (10. April 2015)
Reuters
... und auch Kubas Staatschef Raúl Castro (Mitte) werden vom Präsidenten Panamas, Juan Carlos Varela, und seiner Frau Lorena Castillo begrüsst. (10. April 2015)
... und auch Kubas Staatschef Raúl Castro (Mitte) werden vom Präsidenten Panamas, Juan Carlos Varela, und seiner Frau Lorena Castillo begrüsst. (10. April 2015)
Keystone
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Wie das costa-ricanische Aussenministerium mitteilte, werden die ersten der Kubaner im Januar von Costa Rica nach El Salvador geflogen. Von dort aus soll es per Bus weiter nach Mexiko gehen. Um wie viele Migranten es sich zunächst handelte, gaben die Regierungen von Costa Rica und Guatemala nicht bekannt.

In Guatemala fand ein diplomatisches Treffen wegen der Angelegenheit statt. Die Gastgeber sprachen nach der Einigung von einem Pilotprojekt. Eine Arbeitsgruppe kümmere sich um die Koordination der Logistik für das Vorhaben. Weitere Details nannten Costa Rica und Guatemala zunächst nicht, weil einige Nationen um Diskretion gebeten hatten, wie es hiess.

In den USA dürfen sie fast immer bleiben

Die Zahl der in Costa Rica gestrandeten Kubaner hat mittlerweile rund 8000 erreicht, seit das benachbarte Nicaragua vor Wochen seine Grenze für sie geschlossen hatte. Die Menschen von der Karibikinsel wollen laut eigenen Angaben in die USA gelangen. Dort dürfen sie dank einer ihnen freundlich gesinnten Politik fast immer bleiben, sobald sie das Land erreicht haben.

Am Sonntag hatte Papst Franziskus zur Lösung der Notlage der Kubaner aufgerufen. Der costa-ricanische Aussenminister Manuel González sagte, die Massnahme gelte nur für Kubaner, die sich bereits in Costa Rica befänden. Ministeriumssprecherin Melissa Durán sagte der Nachrichtenagentur AP, die Migranten könnten entscheiden, ob sie die Kosten für ihre Reise tragen wollten. Ins Detail ging sie aber nicht.

Vorwurf an die US-Politik

Costa Rica hatte am 18. Dezember die Ausstellung von Transitvisa für kubanische Migranten gestoppt und bekanntgegeben, dass diejenigen abgeschoben würden, die ohne Visum im Land ankämen.

Etliche Menschen verlassen Kuba, seit Staatspräsident Raúl Castro und US-Präsident Barack Obama im Dezember 2014 eine diplomatische Annäherung ihrer beiden Länder angekündigt hatten. Viele kubanische Migranten sagten, sie hätten sich zum Auswandern entschlossen, weil sie Angst hätten, dass im Zuge des Endes der diplomatischen Eiszeit die einwanderungsfreundliche Politik der USA für Kubaner aufgehoben werden könnte. Die US-Regierung hat jedoch erklärt, dass solch ein Schritt nicht in Planung sei.

Kuba und dessen enger Verbündeter Nicaragua führen an, dass die US-Politik Kubaner dazu ermutige, die gefährliche Reise auf sich zu nehmen. Dadurch fürchtet Havanna, qualifizierte Fachkräfte zu verlieren.

SDA/afo

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