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Es war nicht die Bin-Laden-Einheit

Das Weisse Haus dementiert Gerüchte um den Helikopter-Abschuss in Afghanistan. Bei den 30 US-Soldaten, die gestern dabei starben, handle es sich nicht um die Spezialeinheit, die Osama bin-Laden tötete.

Gross, langsam, ein leichtes Ziel: US-Soldaten verlassen einen Chinook-Helikopter. (Archivbild vom 24. Dezember 2004)
Gross, langsam, ein leichtes Ziel: US-Soldaten verlassen einen Chinook-Helikopter. (Archivbild vom 24. Dezember 2004)
Keystone

Laut dem US-Sender ABC News gehörten 25 der 30 US-Soldaten, die gestern beim Abschuss eines Nato-Helikopters getötet wurden zur Eliteeinheit der Navy Seals. Aus US-Regierungskreisen verlautete lediglich, die Opfer stammten aus Heer, Marine und Luftwaffe. Entgegen mehreren Medienberichten gehe es nicht um die Navy-Seals-Truppe, die im Mai den Chef al-Qaida-Chef Osama bin Laden in Pakistan getötet habe. Bei den getöteten afghanischen Soldaten handelte es sich nach übereinstimmenden Angaben der ISAF und des afghanischen Verteidigungsministeriums um Angehörige einer Spezialeinheit.

Mit dem Tod von 30 Soldaten mussten die USA gestern den schwersten Verlust seit dem Einmarsch ausländischer Truppen in Afghanistan 2001 hinnehmen. Bei dem Absturz eines Hubschraubers bei Gefechten mit Taliban-Kämpfern starben in der Provinz Wardak nach Angaben der Nato-geführten ISAF-Truppe zudem sieben afghanische Soldaten und ein Übersetzer. Die Taliban erklärten, den Helikopter abgeschossen zu haben.

«Von Rakete getroffen und vollständig zerstört»

Die ISAF machte in ihrer Erklärung keine Angaben zur Ursache des Absturzes. Diese werde in einer Untersuchung noch geprüft, hiess es. Der Sprecher der Provinzregierung von Wardak, Schahidullah Schahid, machte die Taliban für den Abschuss des Transporthubschraubers vom Typ CH-47 Chinook verantwortlich. «Er wurde von einer Rakete, die von Aufständischen abgefeuert wurde, getroffen und vollständig zerstört», sagte Schahid. Auch der regionale Kommandeur der afghanischen Armee, Abdul Rasek, sagte, der Hubschrauber sei nach seinen Informationen am frühen Morgen im Osten des Landes von einer feindlichen Rakete abgeschossen worden.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid erklärte, die Aufständischen hätten den Hubschrauber abgeschossen. Bei den Kämpfen seien ausserdem acht Taliban-Kämpfer gestorben. Ein Augenzeuge sagte, der Hubschrauber sei bei dem Versuch abgestürzt, vom Dach des Hauses eines Taliban-Anführers zu starten, auf dem er während des Gefechts gelandet sei.

Panetta: Festhalten am Kurs

Afghanistans Staatschef Hamid Karzai sprach US-Präsident Barack Obama sein Bedauern über den Tod der Soldaten aus. Obama würdigte die getöteten Soldaten und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. «Ihr Tod ist eine Erinnerung an die aussergewöhnlichen Opfer, welche die Männer und Frauen unseres Militärs und deren Familien erbringen», hiess es in einer Erklärung. Die afghanischen Soldaten seien «im Streben nach einer friedlicheren und hoffnungsvollen Zukunft ihres Landes» ums Leben gekommen.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte, der Kurs in Afghanistan werde dennoch weiter verfolgt. Ähnlich äusserte sich Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach in Briefen an Obama und Karzai ihr Beileid aus und sicherte zu, Deutschland werde sich weiter für Frieden in Afghanistan einsetzen.

Bei dem bislang schwersten Zwischenfall für die US-Truppen in Afghanistan waren 2005 16 US-Soldaten getötet worden. Ihr Hubschrauber war in der östlichen Provinz Kunar von den Taliban abgeschossen worden. In diesem Jahr wurden in Afghanistan nach Zählungen der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage der unabhängigen Webseite iCasualties.org 342 internationale Soldaten getötet, darunter 279 aus den USA. Derzeit sind rund 140.000 ausländische Soldaten in dem Land am Hindukusch stationiert, darunter rund 100.000 aus den USA. Bis Ende 2014 sollen die ausländischen Kampftruppen aus Afghanistan abgezogen werden.

dapd/ami

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