Ex-Berater von Obama angeklagt

Der Anwalt Gregory Craig muss sich wegen des Vorwurfs der Falschaussage vor Gericht verantworten. Er ist wegen der Russland-Untersuchungen ins Visier der Ermittler geraten.

Hat im Jahr 2012 für die ukrainische Regierung gearbeitet: Der frühere Obama-Berater Gregory Craig. (Archivbild)

Hat im Jahr 2012 für die ukrainische Regierung gearbeitet: Der frühere Obama-Berater Gregory Craig. (Archivbild) Bild: Pablo Martinez Monsivais/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Als Folge der Russland-Untersuchungen in den USA ist auch ein früherer Berater aus der Administration des damaligen US-Präsidenten Barack Obama ins Visier von Ermittlern geraten. Dies teilte das US-Justizministerium am Donnerstag mit.

Der Anwalt Gregory Craig müsse sich wegen des Vorwurfs der Falschaussage vor Gericht verantworten, hiess es weiter. Hintergrund der Anklage ist demnach Craigs Arbeit für die ukrainische Regierung im Jahr 2012, zu der er falsche Angaben gemacht und Informationen zurückgehalten haben soll. Von 2009 bis 2010 war Craig Berater von Obama im Weissen Haus gewesen.

Er hatte auch in der Administration des früheren US-Präsidenten Bill Clinton gearbeitet. Nach US-Medienberichten ist er der erste prominente Akteur aus dem Lager der demokratischen Partei, der durch die Russland-Untersuchungen ins Visier von Strafverfolgern gelangte.

Zufallsfund bei Ermittlungen

Ein Team um Sonderermittler Robert Mueller hatte etwa zwei Jahre lang untersucht, ob es bei den mutmasslichen Versuchen russischer Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen dem Lager des damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Vertretern Russlands gab.

Mueller hat seine Arbeit inzwischen abgeschlossen. Sein Team stiess während der Untersuchungen auch auf Fälle, die nicht direkt etwas mit dem Kern der Russland-Affäre um Trump zu tun hatten, sich aber aus den Ermittlungen ergaben. Diese wurden an andere Strafverfolgungsbehörden weitergereicht.

Nach US-Medienberichten waren die Strafverfolger im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Trumps früheren Wahlkampfmanager, Paul Manafort, auf Craig gestossen. Manafort hatte Lobbyarbeit für pro-russische Politiker in der Ukraine gemacht. (chk/sda)

Erstellt: 12.04.2019, 05:16 Uhr

Artikel zum Thema

Wie belastend ist der Mueller-Bericht wirklich für Trump?

In Washington ist der Kampf um den Abschlussbericht voll entbrannt. Er fällt womöglich weit weniger rosig aus als behauptet. Mehr...

Die Demokraten gehen in die Offensive

Umstrittene Sicherheitsfreigaben für Trumps Familie, ein geschwärzter Mueller-Report: Der US-Präsident muss sich auf Gegenwind gefasst machen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Es sammelt sich nur der Staub in ihnen: Frauen zerschmettern in Indien Töpfe aus Ton, um gegen den Mangel an Trinkwasser zu protestieren. (16. Mai 2019)
(Bild: Amit Dave) Mehr...