Ex-Botschafterin in Kiew fühlte sich von Trump bedroht

Die ehemalige US-Botschafterin in der Ukraine wurde im Zuge der Impeachment-Ermittlungen gegen Präsident Trump befragt.

Wurde wegen «gegenstandslosen und falschen Behauptungen» vorzeitig von ihrem Posten entfernt: Die frühere US-Botschafterin in Kiew, Marie Yovanovitch. (11. Oktober 2019)

Wurde wegen «gegenstandslosen und falschen Behauptungen» vorzeitig von ihrem Posten entfernt: Die frühere US-Botschafterin in Kiew, Marie Yovanovitch. (11. Oktober 2019) Bild: J. Scott Applewhite/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die frühere US-Botschafterin in Kiew, Marie Yovanovitch, hat sich nach eigenen Angaben in dem brisanten Telefonat von US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Kollegen Wolodimir Selenski vom Juli dieses Jahres bedroht gefühlt.

Das geht aus der Mitschrift ihrer Aussage zur Ukraine-Affäre hervor, die am Montag von den Demokraten veröffentlicht wurde. Demnach gab Yovanovitch an, über die Inhalte des Telefonats «schockiert» gewesen zu sein.

Als sie die veröffentlichte Mitschrift des Anrufs gelesen habe, sei sie «sehr besorgt» gewesen, sagte Yovanovitch aus. Trump hatte im Verlauf des Gesprächs gesagt, die Botschafterin werde «einige Dinge durchmachen». Die Frage eines Ermittlers, ob sie sich bedroht gefühlt habe, bejahte die ehemalige Diplomatin.

Yovanovitch, die als wichtige Figur in der Ukraine-Affäre gilt, hatte im Oktober vor dem US-Repräsentantenhaus erklärt, sie sei nach monatelangem Drängen durch Präsident Trump von ihrem Posten als Botschafterin in Kiew abberufen worden. Ihre vorzeitige Entfernung von dem Posten sei aufgrund von gegen sie vorgebrachten «gegenstandslosen und falschen Behauptungen» erfolgt.

Ihrer Aussage zufolge war Yovanovitch nicht mit den Bestrebungen Trumps und von dessen Privatanwalt Rudy Giuliani einverstanden, sich aus der Ukraine möglicherweise kompromittierendes Material über den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen früher für ein ukrainisches Gasunternehmen tätigen Sohn zu besorgen. Die Demokraten betrachten diese Bestrebungen Trumps als gravierenden Amtsmissbrauch und haben ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten eingeleitet. (chk/sda)

Erstellt: 05.11.2019, 02:01 Uhr

Artikel zum Thema

Trump wankt, hat aber längst nicht verloren

Analyse Die Strategie des US-Präsidenten ist: noch mehr Lügen, noch mehr Hetze. Dass die amerikanische Gesellschaft dabei in die Brüche geht, kümmert ihn nicht. Mehr...

Trump zum zweiten Mal innert Tagen öffentlich ausgebuht

Der US-Präsident besuchte eine Sportveranstaltung in New York. Die Zuschauer empfingen ihn nicht gerade freundlich. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Fast wie auf der Titanic: Ein Liebespaar betrachtet die untergehende Sonne im untergehenden Venedig (17. November 2019).
(Bild: Luca Bruno) Mehr...