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Explosion war «Versuch eines terroristischen Anschlags»

In New York ist eine Rohrbombe, die ein Mann am Körper getragen hat, explodiert. Präsident Trump fordert deshalb strengere Regeln für die Einwanderung.

Bei einem mutmasslichen Anschlagsversuch mit terroristischem Hintergrund sind am Montagmorgen im New Yorker Stadtteil Manhattan vier Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten ist der Mann, an dessen Körper der Sprengsatz von primitiver Machart befestigt war.

Dessen Familie zeigte sich betroffen. Angesichts des Leids, das der versuchte Terroranschlag gebracht habe, sei sie untröstlich, heisst es in einer Stellungnahme. Die Familie zeigte sich aber auch entsetzt über das harte Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden gegen sie. Unter anderem sei ein jugendlicher Verwandter aus dem Schulunterricht entfernt und ohne Erwachsenen oder Anwalt befragt worden.

Bei der Explosion erlitt der Tatverdächtige laut Polizeiangaben Brand- und Schnittverletzungen an Händen und Oberkörper und wurde festgenommen. Ausserdem wurden drei Passanten verletzt, die mit Kopfschmerzen und Ohrgeräuschen selbständig vorsorglich das Spital aufsuchten.

Es habe sich um einen versuchten Terroranschlag gehandelt, bestätigte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio wenige Stunden nach dem Vorfall mitten in der morgendlichen Rush Hour. «Gott sei Dank hat der Täter seine endgültigen Ziele nicht erreicht», fügte er hinzu. Näheres über die Motive des Verdächtigen wurde zunächst nicht bekannt.

Die Explosion ereignete sich um etwa 07.20 Uhr Ortszeit in einem Fussgängertunnel, der zwei U-Bahnstationen am Busbahnhof Port Authority miteinander verbindet. Letzterer ist nach Betreiberangaben der meistgenutzte Busbahnhof der Welt und liegt nahe des Times Square, einer der beliebtesten Touristenattraktionen der US-Ostküstenmetropole. Der Busbahnhof wurde nach der Explosion rasch evakuiert, die Zone abgesperrt. U-Bahn-Züge hielten vorübergehend an dem Bahnhof wie auch am Times Square nicht mehr an.

Bombe vermutlich selbstgebaut

Der Täter wurde als der 27-jährige Akayed Ullah identifiziert. Der frühere New Yorker Polizeichef Bill Bratton sagte im TV-Sender MSNBC, nach seinen Informationen stamme der Mann aus Bangladesh und habe im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehandelt. Er habe die vermutlich selbstgebaute Bombe am Körper getragen.

Ob der Mann beabsichtigte, den einer Rohrbombe ähnelnden Sprengsatz an genau dieser Stelle hochgehen zu lassen, war nach Angaben des New Yorker Polizeichefs James O'Neill zunächst unklar. In Medienberichten hatte es zuvor geheissen, die Bombe sei vorzeitig explodiert.

Es sei ein eher amateurhaft zusammengebauter Sprengsatz gewesen, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo. Nach Medienberichten soll der Mann im New Yorker Stadtteil Brooklyn zu Hause gewesen sein, wo viele Muslime wohnen.

Geschlossene Geschäfte

«Ich habe nichts gehört», sagt der Verkäufer in einem kleinen Supermarkt einen Strassenblock vom Busbahnhof entfernt. «Ich sah nur auf einmal sehr viele Menschen aus den U-Bahn-Stationen strömen und die Strasse entlang laufen, aber es lief alles sehr geordnet ab.»

In den Auslagen vieler Läden blinkt zwar die Weihnachtsdekoration, aber die Geschäfte bleiben geschlossen, vor den Türen sind Rollläden heruntergezogen.

Ein Schuhmacher im ersten Stock durfte seinen Laden offenlassen, Kunden kommen keine. «Ich habe nichts mitbekommen, nichts gehört, auf einmal wurde um mich herum alles abgesperrt», sagt er. «Jetzt werde ich ein schlechtes Geschäft machen heute, das ärgert mich.»

Trump fordert Todesstrafe

Cuomo betonte, New York sei ein Symbol für Freiheit und Demokratie. «Das macht uns zu einem Ziel», sagte er mit Blick auf mögliche Terroranschläge. «Das ist die Realität New Yorks.» Er dankte Polizei und Rettungskräften für deren Einsatz.

US-Präsident Donald Trump wurde am Morgen umgehend über den Vorfall informiert und sagte, die Vereinigten Staaten müssten ihr «laxes Einwanderungssystem» reparieren. Es lasse «bei Weitem zu viele gefährliche, unzureichend überprüfte Menschen» ins Land. Den Kongress rief er auf, den Familienzuzug von Einwanderern zu beenden. Wegen Terrorangriffen verurteilte Menschen sollten die «höchste vom Gesetz erlaubte Strafe» bekommen, darunter falle auch die Todesstrafe.

Bangladesh verurteilt Tat

Auch Bangladesh, die Heimat des mutmasslichen Attentäters, hat sich zu Wort gemeldet und den Vorfall verurteilt. «Bangladesh ist seiner Null-Toleranz-Politik gegenüber Terrorismus verpflichtet», teilte sie am Dienstag mit. Das Land spreche sich gegen alle Formen von Terrorismus und gewalttätigen Extremismus aus, darunter auch gegen den Vorfall am Montagmorgen in den USA, hiess es. Die Polizei in Bangladesh sagte am Dienstag, sie sei nicht in der Position, Kommentare über den Verdächtigen abzugeben.

Erst im Oktober war in Manhattan ein Anschlag verübt worden, bei dem acht Menschen getötet wurden. Dabei war ein Mann mit einem Kleintransporter auf einen Veloweg gefahren. Der festgenommene Täter, ein 29-jähriger Usbeke, gab sich als IS-Gefolgsmann zu erkennen. Es handelte sich um den ersten Terroranschlag in New York mit Todesopfern seit dem 11. September 2001.

SDA/NXP

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