Folgen der Ölpest bringen Bolsonaro in Bedrängnis

Umweltgruppen werfen dem brasilianischen Präsidenten vor, die Katastrophe an der Nordostküste zu lange ignoriert zu haben.

Verheerende Folgen: Freiwillige versuchen an der Itapuama Beach in Cabo de San Agostinho das ausgelaufene Öl einzusammeln. (Keystone/Diego Nigro/30. Oktober 2019)

Verheerende Folgen: Freiwillige versuchen an der Itapuama Beach in Cabo de San Agostinho das ausgelaufene Öl einzusammeln. (Keystone/Diego Nigro/30. Oktober 2019)

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Angesichts der katastrophalen Ölpest vor der Nordostküste Brasiliens hat Staatschef Jair Bolsonaro vor dramatischen Folgen gewarnt. «Das Schlimmste steht noch bevor», sagte Bolsonaro am Sonntag in einem Fernsehinterview.

«Was bislang angespült und gesammelt wurde, ist nur ein kleiner Anteil dessen, was ausgetreten ist», sagte der Präsident. Bolsonaro sagte, er wisse nicht, ob weitere Ölrückstände an die brasilianische Küste gelangen würden. Es deute jedoch alles darauf hin, «dass die Strömungen in Richtung der brasilianischen Küste gehen».

Seit drei Monaten wird die brasilianische Nordostküste von einer schweren Ölpest heimgesucht. Betroffen sind mehr als 200 Orte, rund 2250 Kilometer Küste wurden seit Beginn der Krise verseucht.

«Das Schlimmste steht noch bevor»: Jair Bolsonaro gerät selbst unter Druck. (Keystone/28. Oktober 2019)

Das ökologische und wirtschaftliche Ausmass der Ölkatastrophe ist offiziellen Angaben zufolge noch nicht klar. Am Freitag hatten die brasilianischen Behörden der Betreiberfirma eines griechischen Tankers vorgeworfen, für die Ölpest verantwortlich zu sein. Die Firma Delta Tankers wies dies zurück.

Einwohner im Feriengebiet legen Hand an

Umweltgruppen werfen der brasilianischen Regierung unter dem rechtsradikalen Präsidenten Bolsonaro vor, die Ölpest bisher weitgehend ignoriert und kaum Mittel für deren Bekämpfung zur Verfügung gestellt zu haben. Experten sprechen von der bislang schwersten Umweltkatastrophe in diesem Teil Brasiliens.

Einwohner des Feriengebiets mit seinen teils paradiesischen Stränden hatten sich verzweifelt selbst an die Säuberung der Küste gemacht – weil die Behörden spät oder kaum reagierten. Zuletzt hatte sich aber auch das Militär an den Säuberungsaktionen beteiligt. Inzwischen wurden laut Armee mehr als 1000 Tonnen Ölrückstände wieder eingesammelt.

Das brasilianische Institut für Weltraumforschung (Inpe) hatte am Freitag erklärt, möglicherweise seien noch immer Ölrückstände im Meer, die durch Strömungen an die brasilianische Küste gespült werden könnten. Diese könnten laut Inpe auch die südöstlich gelegenen Bundesstaaten Espíritu Santo und Rio de Janeiro erreichen. (fal/sda)

Erstellt: 04.11.2019, 09:58 Uhr

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