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Fujimori liegt bei Wahlen in Peru vorne

Die Tochter von Ex-Staatschef Alberto Fujimori muss in Peru in die Stichwahl. Wer gegen Keiko Fujimori antreten wird, ist noch nicht klar.

Ging im Wahlkauf auf Distanz zu ihrem Vater: Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori bei der Stimmabgabe. (10. April 2016)
Ging im Wahlkauf auf Distanz zu ihrem Vater: Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori bei der Stimmabgabe. (10. April 2016)
Ernesto Benavides, AFP

In Peru zeichnet sich eine Stichwahl um die Präsidentschaft ab. Bei der ersten Runde am Sonntag gewann die konservative Politikerin Keiko Fujimori laut Nachwahlbefragungen die meisten Stimmen, verfehlte aber die nötigen mindestens 50 Prozent der Stimmen für einen Sieg in der ersten Runde. Gegen wen die 40-jährige Tochter von Ex-Staatschef Alberto Fujimori in der zweiten Runde am 5. Juni antreten wird, war zunächst noch unklar.

Fujimori habe am Sonntag 37,8 Prozent der Stimmen erhalten, prognostizierte das Umfrageinstitut Ipsos. Laut Umfrageinstitut CPI kam sie auf 39,1 Prozent. Fujimoris Hauptrivalen, der 77-jährige frühere Wallstreet-Banker Pedro Pablo Kuczynski und die 35-jährige Linksabgeordnete Verónika Mendoza, schnitten laut Ipsos mit jeweils rund 20 Prozent etwa gleich gut ab.

Auf Distanz zum Vater

Keiko Fujimoris Vater, der heute 77-jährige Alberto Fujimori, hatte das Land in den Jahren 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. Seit 2009 verbüsst er wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe. Er spaltet bis heute das Land, seine Tochter ging deshalb im Wahlkampf auf vorsichtige Distanz zu ihm.

Der Urnengang am Sonntag war überschattet von Vorwürfen gegen Keiko Fujimori und andere Kandidaten, sie hätten versucht, Wähler mit Geschenken zu beeinflussen. Während die Vorwürfe gegen sie und Kuczynski fallengelassen wurden, wurden neun andere Kandidaten ausgeschlossen oder zogen ihre Bewerbungen zurück.

Angriffe im Dschungel

Ausserdem waren am Samstag bei zwei Angriffen im Dschungel im Landesinneren nach neuen Angaben der Behörden sieben Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Die Armee vermutete die kommunistische Guerilla Leuchtender Pfad, gegen die Fujimoris Vater hart vorgegangen war, hinter den Taten.

«Man kann jemanden nicht danach beurteilen, was sein Vater getan hat», sagte die 18-jährige Angela Rios bei der Stimmabgabe in einer Schule in Lima. Sie hoffe, dass Fujimori «die Wirtschaft stärkt und die Bildung verbessert». «Wir wollen einen Wandel: Sicherheit für die Bürger und Sicherheit für Arbeitsplätze», sagte im selben Wahllokal der 55-jährige Wilfredo Peña, der nach eigenen Angaben den kurzzeitigen neoliberalen Regierungschef Kuzcynski wählte.

Insgesamt waren 23 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, einen Nachfolger für den scheidenden Präsidenten, den Linkspolitiker Ollanta Humala, zu wählen. Das neue Staatsoberhaupt tritt am 28. Juli sein Amt an.

AFP/chk

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