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General Lee darf bleiben

Am Denkmal des umstrittenen Südstaatengenerals Robert E. Lee entzündeten sich die Proteste in Charlottesville, Virginia. Warum also hängt sein Porträt in der Schweizer Botschaft in Washington?

In New Orleans wurde eine Lee-Statue vom Sockel genommen. Foto: Scott Threlked (AP)
In New Orleans wurde eine Lee-Statue vom Sockel genommen. Foto: Scott Threlked (AP)

Wenn es mitten in der amerikanischen Hauptstadt plötzlich nach verbranntem Käse riecht und Alphörner das Gezirpe der Washingtoner Grillen verblasen, dann weiss man, es ist Soirée Suisse. 1400 Gäste tummeln sich auf dem Botschaftsgelände, 2900 Cathedral Avenue, sie trinken Weisswein, stehen Schlange beim Bratwurst- oder eben Raclettestand bei schwülen Temperaturen, eine Salsaband spielt unten am Pool. Auch innerhalb der sogenannten Residenz der Schweizer Botschaft stehen sich die Gäste an diesem Abend auf die Füsse und tauchen Früchte in flüssige Schokolade. Die Sponsoren des Abends, Victorinox, Nespresso, ABB, präsentieren ihre jüngsten Kreationen, die Wände sind mit ihren Plakaten abgedeckt und versperren den Blick auf ein Gemälde, das doch so viel über die Schweiz und die USA erzählen würde – und dar­über, wie alles begann. Das Bild, das die Gäste nicht zu sehen bekommen an diesem Abend, zeigt einen Mann, der zwar vor 150 Jahren starb, aber erst vor wenigen Wochen einen Aufmarsch wütender Neonazis auslöste, was einmal mehr beweist, dass Geschichte nie vorbei ist.

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