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Geronimo, der Apachenterrorist

Dem Indianerrebellen Geronimo (1829–1909) verdankt die Operation gegen Osama Bin Laden ihren Namen. In den USA ist harsche Kritik an dem Codenamen laut geworden.

«Operation Geronimo» nannten die Amerikaner die Aktion, die zur Tötung von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden geführt hat. Der Name hat im US-Militär Tradition. Im Zweiten Weltkrieg schrien die Fallschirmspringer «Geronimo», wenn sie ins Leere hechteten. Die Soldaten, die die Gepflogenheit begründeten, waren offenbar am Vortag eines Einsatzes im Kino gewesen. Sie sahen einen Western über den Apachenhäuptling Geronimo.

Ob dieser Geronimo, der 1909 im Reservat in Oklahoma mit 80 starb, es begrüsst hätte, dass er dereinst den Codenamen für den globalen Bösewicht Bin Laden liefern würde?In der Blüte seines Mannesalters wohl schon. Da narrte er als Rebell die US-Kavallerie, überfiel Siedlungen im Süden Amerikas und in Mexiko, massakrierte Menschen noch und noch, vermied dabei alle Fallen.Anderseits: Später im Reservat reifte Geronimo zum gesetzestreuen Bürger, baute ein Haus, bekehrte sich zum Christentum. 1905 an der Inaugurationsfeier Präsident Theodore Roosevelts paradierte er zu Pferd durch Washington. Das Volk bejubelte ihn. Nun war er lebende Historie. Ein amerikanischer Mythos, eingemeindet in die Erfolgsgeschichte des Landes.Bitter war dieses Leben über weite Strecken.

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