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Haiti macht Fortschritte

Vor vier Jahren riss ein Erdbeben Haiti tief ins Elend: Hunderttausende Menschen kamen um, mehr als eine Million wurden vertrieben. Nun hat die Regierung einen Fortschrittsbericht veröffentlicht, der hoffen lässt.

Noch immer Leben Tausende Menschen in Flüchtlingsunterkünften: Ein Knabe sitzt vor dem Haus in Port-au-Prince. (10. Januar 2014)
Noch immer Leben Tausende Menschen in Flüchtlingsunterkünften: Ein Knabe sitzt vor dem Haus in Port-au-Prince. (10. Januar 2014)
Keystone

Einen Tag vor dem vierten Jahrestag des verheerenden Erdbebens in Haiti gibt ein Fortschrittsbericht der Regierung Anlass zur Hoffnung für den gebeutelten Inselstaat. Das Land sei seit der Katastrophe vor allem in der Wohnungs- und Bildungspolitik, dem Tourismus und dem Bauwesen vorangekommen, sagte Ministerpräsident Laurent Lamothe am Freitag vor Journalisten.

Per Powerpoint-Präsentation legte er etwa dar, dass die Zahl der Bewohner von Notunterkünfte gefallen sei. So seien mehr als 5000 neue Häuser gebaut und an Farmer 55'000 Saatgut-Kasten verteilt worden. Zudem hätten im vergangenen Jahr 700'000 Touristen den Karibikstaat besucht, sagte Lamothe. Und die Wirtschaft floriere.

«Wiederaufbau sehr gut gelaufen»

«Ich denke, dass die Wiederaufbaumassnahmen sehr gut gelaufen sind, enorm gut, wenn man die enormen Herausforderungen und den zunächst enormen Mangel an Hilfsmitteln in Betracht zieht», betonte der Regierungschef in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

Am 12. Januar 2010 wurden die Hauptstadt Port-au-Prince und andere Städte im Süden Haitis von einem schweren Erdbeben heimgesucht, das Schätzungen zufolge 316'000 Menschen in den Tod riss. Die genaue Zahl der Opfer ist immer noch unklar. Rund 1,5 Millionen Menschen wurden auf einen Schlag obdachlos und mussten in notdürftig gebaute Lager ausserhalb der Städte ziehen.

Noch immer 146'000 Menschen in Notunterkünften

Der schleppende Wiederaufbau brachte der Regierung international immer wieder harsche Kritik ein. Zwar boten ausländische Regierungen und Hilfsorganisationen Unterstützung in Milliardenhöhe an. Doch die versprochene Hilfe kam in vielen Fällen nicht an. Hintergrund ist zum Teil die Sorge, dass die Gelder im Sumpf politischer Grabenkämpfe und Korruption versickern könnten. Die zögerliche Hilfsbereitschaft ist aus Sicht von Beobachtern zum anderen der anhaltenden globalen Wirtschaftsflaute geschuldet.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration ist die Zahl der Bewohner von Notunterkünften immerhin auf 146'000 gefallen. Der Rückgang rührt allerdings nicht nur von der Bereitstellung von Mietzuschüssen und freiwilligen Umzügen, sondern auch von gewaltsamen Vertreibungen, wie die Organisation am Freitag mitteilte.

AP/chk

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