Hillary Clintons strategischer Flirt mit E.T.

Die Favoritin um die US-Präsidentschaft zeigt plötzlich Interesse an UFOs. Damit will sie ganz gezielt Wähler ansprechen.

Sie wolle als Präsidentin herausfinden, ob Be­wohner anderer Galaxien die Erde besucht ­hätten: Hillary Clinton (hier an einer Wahlkampfveranstaltung am 11. Mai 2016 in Blackwood, New Jersey): Foto: Peter Foley (EPA, Keystone)

Sie wolle als Präsidentin herausfinden, ob Be­wohner anderer Galaxien die Erde besucht ­hätten: Hillary Clinton (hier an einer Wahlkampfveranstaltung am 11. Mai 2016 in Blackwood, New Jersey): Foto: Peter Foley (EPA, Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wann immer man denkt, der Wahlkampf 2016 in den USA könnte nicht noch schriller werden, kommt ein neues Kapitel hinzu. Dieses Mal stammt es ausnahmsweise nicht von Donald Trump, sondern von der sonst so vorsichtigen Hillary Clinton, die über sich sagt, sie sei die Stimme der Vernunft.

Die ehemalige First-Lady und Ex-Aussenministerin wirbt mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem fundierten Wissen. Umso erstaunlicher ist, wie oft und wie auffallend ernsthaft sie in jüngster Zeit über UFOs und ausserirdisches Leben sprach. Sie wolle als Präsidentin herausfinden, ob Be­wohner anderer Galaxien die Erde besucht ­hätten, sagte sie in einem Radiointerview. Sie wolle bisher geheime Akten über Area 51 veröffentlichen, jene mythenumrankte Militärbasis in der Wüste Nevadas, wo offenbar Informationen über UFOs und extraterrestrisches Leben ge­sammelt wird.

So grässlich schamlos

In dieser Phase des Wahlkampfes ist jeder Satz aus dem Munde Clintons Teil einer Strategie. Jede Handlung ist mit Beratern abgesprochen. Mit ihren Äusserungen, auch wenn sie noch so absurd klingen, will sie sich offenbar bei der Science-­Fiction-­Gemeinde anbiedern, in der Hoffnung, noch ein paar Stimmen mehr zu holen. Anders ist ihr Flirt mit E.T. nicht zu verstehen: Wahlkampf kann so grässlich schamlos sein.

Ob sie es auf dem Rücken der fliegenden Untertassen ins Weisse Haus schafft, steht in den Sternen. Aber Clinton war in ihrer Politkarriere schon für – und gegen – so vieles, dass man gar nicht mehr weiss, wofür sie eigentlich steht. Zuweilen hat man auch das Gefühl, es gehe ihr nur darum, ja niemanden zu verärgern. Dabei zeigen die Erfolge von Sanders und Trump, wie sehr sich die Wähler nach jemandem sehnen, der Haltung beweist. Clinton sollte sich echten Themen ­widmen und E.T. Steven Spielberg überlassen.

Erstellt: 16.05.2016, 20:55 Uhr

Bildstrecke

Der Aufstieg der Hillary Clinton

Der Aufstieg der Hillary Clinton First Lady, Senatorin, Aussenministerin - und bald US-Präsidentin?

Bildstrecke

Clinton und die weiblichen Wähler

Clinton und die weiblichen Wähler Hillary Clinton setzt im Vorwahlkampf der US-Demokraten stärker als noch 2008 auf Frauenthemen. Doch die weiblichen Wähler laufen scharenweise zu Rivale Bernie Sanders über.

Bildstrecke

Die Frisuren der Hillary Clinton

Die Frisuren der Hillary Clinton Die Frisuren der amerikanischen Präsidentschaftskandidatin haben schon immer polarisiert. Ein Blick zurück.

Artikel zum Thema

Kandidatin des Status quo

Analyse Die Schadenfreude der Demokraten über Donald Trump ist gefährlich: Eine Traumkandidatin ist Hillary Clinton keineswegs. Mehr...

Die durchleuchtete Hillary

Wahltheater Im amerikanischen Wahlkampf stehen sich nun Trump und Clinton gegenüber. Und die nächste Phase der Schlammschlacht ist bereits absehbar. Zum Blog

Zwei Frauen im Weissen Haus

In den Spekulationen darüber, wer unter Hillary Clinton das Amt des US-Vizepräsidenten übernehmen könnte, taucht immer wieder ein Name auf: Elizabeth Warren. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Hoher Blutdruck: Senken Sie das Risiko

Ein zu hoher Blutdruck kann gefährlich werden. Vor allem, wenn er lange nicht erkannt wird. Die jährliche Blutdruckmessung in der Rotpunkt Apotheke hilft mit, die Risiken zu senken.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...