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Hillarys wilde Schwester

Victoria Woodhull war die erste Frau, die um das Amt der US-Präsidentschaft kämpfte. Ein Vorbild für Clinton? Nicht in jeder Beziehung.

Frauenrechtlerin mit ganz hohen politischen Ambitionen: Victoria Woodhull auf einer undatierten Aufnahme. Foto: Reuters
Frauenrechtlerin mit ganz hohen politischen Ambitionen: Victoria Woodhull auf einer undatierten Aufnahme. Foto: Reuters

Hätte Donald Trump ein Gebet an höhere Mächte frei, er würde verlangen, dass Hillary Clinton, die er charmant eine Schurkin und weltgrösste Lügnerin nennt, die Wahlnacht verbringt wie einst 1872 ihre erste Ahnin Victoria Woodhull: In einem New Yorker Gefängnis. Ein bigotter Priester namens Beecher, dessen stadtbekannte Affäre sie enthüllt hatte, beschuldigte sie der Verbreitung von «obszönem Material» in ihrer Wochenzeitung. Sie wurde im Dezember 1872 nach massiven öffentlichen Protesten freigesprochen. Doch die Wählerstimmen für die Frauenrechtlerin, die das passive wie das aktive Wahlrecht Jahrzehnte vor ihrer Einführung für sich beanspruchte, wurden nie gezählt.

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