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Hunderte Grossmütter suchen weiter

Der 83-jährige Argentinierin Estela de Carlotto hat nach 36 Jahren ihren geraubten Enkel gefunden. 285 andere Kinder bleiben verschwunden.

Nach fast vierzig Jahren vereint: Guido mit seiner Grossmutter Estela de Carlotto. Foto: Natacha Pisarenko (AP, Keystone)
Nach fast vierzig Jahren vereint: Guido mit seiner Grossmutter Estela de Carlotto. Foto: Natacha Pisarenko (AP, Keystone)

Ihre Geschichte wurde als Sensation gefeiert. 36 Jahre lang suchte Estela de Carlotto ihren Enkel Guido, den Sohn ihrer während der Militärdiktatur getöteten Tochter Laura. Anfang August wurde er dank eines DNA-Tests endlich identifiziert. Sofort berief die prominente Menschenrechtsaktivistin in Buenos Aires eine Pressekonferenz ein und ballte als Zeichen des Triumphs ihre Hände zu Fäusten. Danach traf sie ihren Enkel – zum ersten Mal in ihrem Leben. Die rüstige Rentnerin konnte ihr Glück kaum fassen, doch viel Zeit, sich mit ihrem Enkel bekannt zu machen, blieb ihr nicht: Sie musste ihre Koffer packen und nach Genf reisen. Während der Tagung des UNO-Menschenrechtsrats setzte sie sich vergangene Woche für humanitäre Rechte ein und kam kaum zur Ruhe. Sie zog von Podium zu Podium, von Feier zu Feier, wurde mit Reden gewürdigt und Glückwünschen überschüttet.

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