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Im Fiat durch Washington

Seltene Ehre für den Heiligen Vater: Papst Franziskus wurde in den USA von Präsident Barack Obama persönlich in Empfang genommen.

Heimreise: Papst Franziskus schaut aus dem Fenster einer American-Airlines-Maschine. (27. September 2015)
Heimreise: Papst Franziskus schaut aus dem Fenster einer American-Airlines-Maschine. (27. September 2015)
Nicholas Kamm, AFP
Der Heilige Vater bedankt sich bei den freiwilligen Helfern seiner Reise. (27. September 2015)
Der Heilige Vater bedankt sich bei den freiwilligen Helfern seiner Reise. (27. September 2015)
Laurence Kesterson, Keystone
Hunderte warten auf Papst Franziskus. (19. September 2015)
Hunderte warten auf Papst Franziskus. (19. September 2015)
Desmond Boylan, Keystone
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Papst Franziskus ist am Dienstag bei seinem ersten Besuch in den USA mit grossem Jubel empfangen worden. Nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington ging US-Präsident Barack Obama vom Terminal zu der Papstmaschine, um Franziskus persönlich mit Handschlag zu begrüssen – was eine ganz seltene Ehrung für einen Staatsgast in den USA ist.

Auch First Lady Michelle Obama, die beiden Obama-Töchter Sasha und Malia sowie Vizepräsident Joe Biden samt Ehefrau hiessen ihn willkommen. Eine grosse Menschenmenge jubelte dem 78-Jährigen wie einem Rockstar zu.

(Video: Youtube/The White House)

Normalerweise empfangen US-Präsidenten ihre Staatsgäste im Weissen Haus. Obamas Sprecher Josh Earnest sagte, die Entscheidung des Präsidenten, Franziskus selbst in Empfang zu nehmen, drücke den Respekt aus, den Amerikaner für den Papst empfinden.

Limousine gemieden

Eine weitere Ausnahme vom üblichen Prozedere war Franziskus' Wahl seines Fortbewegungsmittels: Er mied das Fahren in einer Limousine und stieg stattdessen auf die Hinterbank eines Fiat-Minivans. Durch dessen geöffnetes Seitenfenster winkte er der jubelnden Menge zu. Eingerahmt von schwarzen Geländewagen liess sich der Papst am Abend in die diplomatische Vertretung des Vatikan in Washington bringen, wo er während seiner Zeit in der US-Hauptstadt die Nächte verbringen will.

Für den 78-Jährigen ist die sechstägige US-Reise mit Aufenthalten in Washington, New York und Philadelphia verbunden. Es ist sein erster Besuch in den Vereinigten Staaten überhaupt. Er findet eine Supermacht vor, die im Inneren über Probleme gespalten ist, die zu seinen Herzensangelegenheiten gehören: Einwanderung, soziale Ungerechtigkeit und wirtschaftliche Ungleichheit.

Kritik an Wirtschaftspolitik des Papstes

Am Mittwoch wollte der Papst offiziell mit Obama zusammentreffen. Auf seinem Programm stehen später eine Rede im Kongress, aber auch Treffen mit Einwanderern, Häftlingen und Obdachlosen. Am Freitag spricht er vor den Vereinten Nationen in New York. Am Wochenende steht dann eine Familienkonferenz in Philadelphia an.

Während des Fluges von Kuba nach Washington wies Franziskus Kritik an seinen Ansichten zur Wirtschaftspolitik zurück. Er sei nicht linksgerichtet, er gebe vielmehr exakt die Kirchenlehre wieder. «Ich bin mir sicher, nie etwas gesagt zu haben, was über die soziale Kirchendoktrin hinausgeht», sagte er. Da einige Konservative in Frage gestellt hatten, ob er denn noch wahrhaft katholisch sei, scherzte er: «Falls ich das Glaubensbekenntnis aufsagen muss, bin ich bereit.»

SDA/chk

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