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In Brasilien muss die Stichwahl entscheiden

Die Auszählungen bei den Wahlen in Brasilien zeigen ein überraschendes Ergebnis. Die Favoritin Dilma Rousseff liegt zwar in Führung, doch für einen Sieg reicht es noch nicht.

Amtsübergabe: Rousseff mit ihrem Ziehvater Lula am 1. Januar 2011.
Amtsübergabe: Rousseff mit ihrem Ziehvater Lula am 1. Januar 2011.
Reuters
Händeschütteln: Dilma Rousseff begrüsst ihre Anhänger.
Händeschütteln: Dilma Rousseff begrüsst ihre Anhänger.
AFP
Aufgewachsen ist Rousseff in der Stadt Belo Horizonte.
Aufgewachsen ist Rousseff in der Stadt Belo Horizonte.
Keystone
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Brasilien entscheidet erst am 31. Oktober über die Nachfolge des scheidenden Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Seine Favoritin und Ex-Kabinettschefin Dilma Rousseff erhielt zwar bei der Präsidentschaftswahl die meisten Stimmen, verpasste aber die für einen Sieg erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent. Rousseff muss sich in vier Wochen dem Oppositionsführer José Serra in der Stichwahl stellen. Für Lula und Rousseff war das Ergebnis ein deutlicher Dämpfer. Nach Auszählung von mehr als 97 Prozent der Stimmen lag die linke Regierungskandidatin bei 46,52 Prozent.

Auf ihren Herausforderer, den Ex-Gouverneur von São Paulo, Serra, entfielen 32,78 Prozent. Als eigentliche Gewinnerin der Wahl gilt die grüne Ex-Umweltministerin Marina Silva, die ihren Stimmenanteil im Vergleich zu vorherigen Umfragen auf 19,56 Prozent nahezu verdoppeln konnte. In den kommenden Wochen wird es entscheidend davon abhängen, ob und welchen Kandidaten sie und ihre Partei im Wahlkampf unterstützen.

Auswirkungen eines Korruptionsskandals?

Die Grünen-Politikerin betonte, Brasilien habe jetzt noch eine zweite Chance. «Die Wählerstimmen gehören weder Dilma (Rousseff), noch (José) Serra noch Marina – die Stimme gehört dem Wähler», sagte die 52-Jährige unter Beifall ihrer Anhänger. Sie war 2008 als Ministerin aus Enttäuschung über die Umweltpolitik Lulas aus der Regierung ausgetreten. Lula durfte am Sonntag nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten und übergibt seinem Nachfolger am 1. Januar 2011 das Amt.

Umfragen hatten Lulas Parteigenossin Rousseff zuletzt stets über 50 Prozent gesehen. Allerdings könnte ihrem Ansehen ein Korruptionsskandal um ihre Nachfolgerin im Amt der Kabinettschefin geschadet haben. Ihre frühere Vertraute Erenice Guerra hatte nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft mitten im Wahlkampf vor rund zwei Wochen ihren Rücktritt erklären müssen.

Serra zum zweiten Mal in einer Stichwahl

Lula hatte sich massiv in den Wahlkampf eingeschaltet. José Serra steht nun am 31. Oktober zum zweiten Mal in seiner Karriere in einer Stichwahl fürs Präsidentenamt. 2002 hatte er die zweite Runde verloren – damals gegen den Amtsinhaber Lula.

Insgesamt waren am Sonntag mehr als 135 Millionen Wahlberechtigte in Brasilien zur Stimmabgabe aufgerufen. Sie wählten auch alle 513 Abgeordneten des Bundesparlamentes, 54 von 81 Senatoren, alle Gouverneure der 26 Bundesstaaten und des Hauptstadt-Distriktes Brasilia und alle Regionalparlamente.

SDA/jak/pbe

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