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In Kolumbien herrscht die grosse Ratlosigkeit

Der Friedensvertrag mit den Farc scheitert an der Urne – was die Regierung vor den Kopf stösst. Der Sieg für die Demokratie freut Ex-Präsident Uribe.

Völlig überraschend ist die kolumbianische Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos am Volkswillen gescheitert. In einem Referendum über den Friedensvertrag mit der marxistischen Guerillaorganisation Farc (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) hat eine hauchdünne Mehrheit der Abstimmenden gestern Nein gesagt. Die Stimmbeteiligung betrug lediglich 38 Prozent – ein weiterer Beweis für die weitverbreitete Skepsis gegenüber dem Friedensvertrag. Im Vorfeld hatten Meinungsumfragen dem Ja-Lager einen Stimmenanteil von 55 bis 75 Prozent prophezeit. Auch die Mehrheit der kolumbianischen und internationalen Medien gingen von einem zustimmenden Ergebnis aus.

Tränen rollen bei den Befürwortern des mühsam ausgehandelten Friedensabkommens. Video: Reuters

Für Santos ist das Resultat eine politische Katastrophe, hat er doch den Erfolg seiner zweiten Amtszeit ganz an den Friedensvertrag mit den Rebellen geknüpft. Sein Traum war es, als der Politiker in die Geschichte einzugehen, der Kolumbien nach mehr als 50-jährigem bewaffnetem Konflikt und mehr als einer Viertelmillion Toten endlich den Frieden bringt.

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