Russische Agentin Maria Butina aus US-Haft entlassen

Im April war Maria Butina wegen illegaler Agententätigkeit in den USA zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Seit Freitag ist die Russin nun wieder frei.

Soll nach der Freilassung nach Russland abgeschoben werden: Maria Butina. (Archivbild)
Bild: epa/Press Service of Civic Chamber of the Russian Federation

Soll nach der Freilassung nach Russland abgeschoben werden: Maria Butina. (Archivbild) Bild: epa/Press Service of Civic Chamber of the Russian Federation

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Die russische Agentin Maria Butina ist nach anderthalb Jahren in US-Haft entlassen worden. Die 30-Jährige wurde am Freitag an Beamte der Einwanderungsbehörde ICE übergeben, wie die US-Bundesgefängnisverwaltung mitteilte.

Das gegen sie ergangene Urteil sah vor, dass Butina nach ihrer Freilassung unverzüglich abgeschoben werden sollte. Die Advokatin für die Rechte von Waffenbesitzern hatte sich in konservative Kreise in den USA eingeschleust.

Im Dezember 2018 bekannte sie sich schuldig, als illegale, nicht registrierte Agentin tätig gewesen zu sein. Sie wurde dann im April zu 18 Monaten Haft verurteilt. Angerechnet wurde ihr dabei die Zeit, die sie bereits in U-Haft verbracht hatte - deswegen kam sie nun frei.

«Politische Gefangene»

Butina hatte enge Kontakte zur US-Waffenlobby NRA geknüpft und auch in hochrangigen Kreisen der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump verkehrt. Sie beteuerte aber, sie habe sich lediglich für bessere Beziehungen zwischen den USA und Russland einsetzen wollen. Laut den US-Ermittlern war es ihr Ziel, in den «nationalen Entscheidungsapparat» eindringen und so die US-Aussenpolitik beeinflussen.

Der Fall der jungen Russin erregte in den USA viel Aufmerksamkeit, auch wegen ihrer schillernden Erscheinung. Die rothaarige Frau posierte auf Fotos in den Online-Netzwerken mit Schnellfeuergewehren und anderem Schiessgerät, auf manchen trug sie dazu einen Cowboyhut. Die russische Regierung bezeichnete Butina als «politische Gefangene».

Spionageprozess gegen US-Bürger in Moskau

In Russland wird derweil ein Spionageprozess gegen einen inhaftierten US-Bürger vorbereitet. Der frühere Soldat Paul Whelan war im vergangenen Dezember vom Inlandsgeheimdienst FSB gefasst worden. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Am Donnerstag verlängerte ein Moskauer Gericht die Untersuchungshaft des 49-Jährigen bis Jahresende.

Nach Angaben seiner Familie war Whelan nach Moskau gereist, um an einer Hochzeit teilzunehmen. Seinem Anwalt zufolge befand sich Whelan unwissentlich im Besitz von russischen Staatsgeheimnissen. Er habe nicht gewusst, dass ein von ihm angenommener USB-Stick geheime Dokumente enthalten habe. Vielmehr habe Whelan gedacht, dass sich darauf lediglich Urlaubsfotos befanden. (scl/sda)

Erstellt: 26.10.2019, 02:22 Uhr

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