Zum Hauptinhalt springen

Ivanka Trump wird zur eigentlichen «First Lady»

Die First Daughter bezieht ein eigenes Büro im Weissen Haus. Das mag wenig sein, zeigt aber viel.

Das Bild ging um die Welt: Ivanka Trump an der Seite von Kanzlerin Angela Merkel. (17. März 2017)
Das Bild ging um die Welt: Ivanka Trump an der Seite von Kanzlerin Angela Merkel. (17. März 2017)
CLEMENS BILAN, Keystone
In der Runde von Spitzenpolitikern und Wirtschaftsführern: Ivanka Trump sass im Weissen Haus ihrem Vater gegenüber. (17. März 2017)
In der Runde von Spitzenpolitikern und Wirtschaftsführern: Ivanka Trump sass im Weissen Haus ihrem Vater gegenüber. (17. März 2017)
CLEMENS BILAN, Keystone
Lauschte der Rede des japanischen Regierungschefs: Ivanka Trump beim Besuch von Shinzo Abe.
Lauschte der Rede des japanischen Regierungschefs: Ivanka Trump beim Besuch von Shinzo Abe.
Joshua Roberts, Reuters
1 / 4

Sie ist die eigentliche Frau an der Seite des Präsidenten - und richtet sich nun ein im Zentrum der Macht: US-Präsidententochter Ivanka Trump bekommt ein eigenes Büro im Weissen Haus. Ein Amt hat die 35-Jährige nicht inne. Was sie aber hat, ist das Vertrauen ihres Vaters Donald Trump. Das macht Ivanka Trump zu einer einflussreichen Grösse im politischen Washington. Dass sie sich nun fest im Weissen Haus etabliert, illustriert ihren aussergewöhnlichen Einfluss.

In der Geschichte der USA gibt es etliche Beispiele für mächtige Präsidenten-Gattinnen. Eine Tochter als Machtfaktor ist indes neu. «Mit einer erwachsenen Tochter des Präsidenten, die aktiv an der Arbeit der Regierung beteiligt ist, betreten wir Neuland», räumte ihr Anwalt Jamie Gorelick gegenüber dem Nachrichtenportal «Politico» ein.

Stabilität an der Seite des sprunghaften Vaters

Kritiker verfolgen Ivanka Trumps Aufstieg mit Argwohn: Ihre unternehmerischen Tätigkeiten lassen den Verdacht des Interessenkonflikts aufkommen. Allerdings gilt die elegante, selbstbeherrschte und stets freundliche Trump-Tochter auch den Kritikern als stabilisierende Grösse an der Seite des sprunghaften Präsidenten.

Ivanka Trumps Einzug ins Weisse Haus könnte ein Hinweis darauf sein, dass ihr Vater, der sich in Washington von vielen feindlichen Kräften umzingelt wähnt, seinen kleinen Zirkel von Vertrauten noch enger um sich schart.

Ehemann Jared Kushner ist offiziell Berater

Laut Gorelick soll die First Daughter auch Zugang zu Informationen bekommen, die als vertraulich eingestuft sind. Dabei würden alle Regeln beachtet: «Für Ivanka ist es das Sinnvollste, sich freiwillig an die Regeln zu halten, die für sie als Regierungsangestellte gelten würden - auch wenn sie das nicht ist», sagte der Anwalt.

Mit Ivanka Trumps Ehemann Jared Kushner verhält es sich anders: Trumps Schwiegersohn ist offiziell als Berater des Präsidenten tätig und wurde als Mitarbeiter des Weissen Hauses vereidigt.

Bildstrecke – die Kushners sind in Washington Nachbarn der Obamas:

Auf eine gute Nachbarschaft: In dieses Haus im schicken Viertel Kalorama in Washington werden die künftige US-Präsidententochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner mit den drei Kindern ziehen.  (5. Januar 2017)
Auf eine gute Nachbarschaft: In dieses Haus im schicken Viertel Kalorama in Washington werden die künftige US-Präsidententochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner mit den drei Kindern ziehen. (5. Januar 2017)
EPA/SHAWN THEW, Keystone
Ivanka Trump und Gatte Jared Kushner, hier an der Vanity Fair Tribeca Film Festival Party, sind seit sieben Jahren verheiratet.  US-Medien gehen davon aus, dass Kushner seinem Schwiegervater im Weissen Haus als Berater zur Seite stehen wird. (17. April 2012)
Ivanka Trump und Gatte Jared Kushner, hier an der Vanity Fair Tribeca Film Festival Party, sind seit sieben Jahren verheiratet. US-Medien gehen davon aus, dass Kushner seinem Schwiegervater im Weissen Haus als Berater zur Seite stehen wird. (17. April 2012)
EPA/SHAWN THEW, Keystone
... und zwar um das Oberhaupt. Donald Trump konnte bei seinem Besuch bei Barack Obama im November sich schon ein bisschen an die Atmosphäre gewöhnen. (10. November 2016)
... und zwar um das Oberhaupt. Donald Trump konnte bei seinem Besuch bei Barack Obama im November sich schon ein bisschen an die Atmosphäre gewöhnen. (10. November 2016)
AP Photo/Pablo Martinez Monsivais, Keystone
1 / 8

Ivanka Trump war auch bislang schon häufig bei Staatsanlässen im Weissen Haus zugange - zuletzt am Freitag beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei einer Diskussionsrunde mit Konzernchefs nahm die Präsidententochter den Platz direkt neben der Kanzlerin ein und lobte ihren Vater für seine Bemühungen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Politische Beobachter sehen Ivanka Trump als eigentliche «First Lady». Trumps Frau Melania will auch vorerst nicht ins Weisse Haus umziehen, sondern mit dem zehnjährigen Sohn Barron zumindest bis Ende des laufenden Schuljahres in New York bleiben.

Das offene Ohr ihres Vaters ist Ivanka Trump sicher - denn der ist geradezu vernarrt in die ältere seiner zwei Töchter, die aus seiner ersten Ehe mit dem aus Tschechien stammenden Model Ivana Trump stammt. Ivanka gilt als sein Lieblingskind, selbst ihre Brüder Donald junior und Eric haben sie so bezeichnet.

Video – Tochter Ivanka, Trumps heimliche Geheimwaffe:

Der Einfluss der Tochter machte sich bereits im September bemerkbar, als Trump im Wahlkampf zusammen mit Ivanka seine familienpolitische Agenda vorstellte. Zentrale Punkte waren ein sechswöchiger bezahlter Mutterschaftsurlaub und die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung.

Profitieren vom Wahlsieg?

Die Unternehmerin, die einst als Teenager-Model arbeitete und einen Wirtschaftsabschluss hat, sorgte seit dem Wahlsieg des Vaters aber auch mit ihrem Bling-Bling-Faktor für Aufsehen.

Video – Ivanka Trump muss auch einstecken:

Hollywoodstar Scarlett Johansson parodiert in einer fiktiven Werbung die Präsidententochter.

Während eines TV-Interviews trug sie einen mehr als 10'000 Euro teuren Gold- und Diamanten-Armreif aus ihrer Kollektion - dass das edle Stück dann gleich nach der Sendung von ihrer Firma in einer Rundmail beworben wurde, handelte Ivanka Trump den Vorwurf ein, mit dem Wahlsieg des Vaters Geschäfte machen zu wollen. Ein ähnlicher Vorwurf kam auf, als Trumps Beraterin Kellyanne Conway Anfang Februar in einem Fernsehinterview offensiv für Ivankas Modelinie warb.

AFP/cpm

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch