Zum Hauptinhalt springen

Jetzt setzt auch Brasilien auf den Gripen

Lange galt die Schweiz für die Schweden als wichtigster Partner beim Gripen. Nun kauft auch Brasilien diesen Kampfjet. Das Nachsehen haben die USA – angeblich wegen der NSA-Affäre.

«Einer der weltbesten und kosteneffizientesten Kampfjets»: Ein JAS-39C-Gripen-Kampfjet bei einer Vorführung im schwedischen Eslöv. (5. Juni 2011)
«Einer der weltbesten und kosteneffizientesten Kampfjets»: Ein JAS-39C-Gripen-Kampfjet bei einer Vorführung im schwedischen Eslöv. (5. Juni 2011)
Reuters

Das schwedische Unternehmen Saab hat die Ausschreibung für einen Kampfjet gewonnen, wie die brasilianische Regierung am Mittwoch mitteilte. Damit setzten sich die Gripen-NG-Flugzeuge von Saab überraschend gegen Boeings F-18 Super Hornet und die französischen Dassault-Rafale-Jets durch.

Experten erklärten, das amerikanische Unternehmen Boeing habe den Zuschlag wegen der Spionageaffäre nicht erhalten. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff war vom amerikanischen Geheimdienst NSA abgehört worden.

Kooperation der beiden Länder

Die Offerte von Saab an Brasilien beinhaltet die 36 Gripen NG und Subsysteme. Das Paket hat einen Wert von 4,5 Milliarden Dollar (rund 4 Milliarden Franken). Dazu soll auch ein weitreichender Technologietransfer stattfinden. Das Abkommen umfasst auch eine «Zusammenarbeit zwischen der schwedischen und brasilianischen Regierung», wie Saab mitteilt.

Nach dem Typentscheid für den Gripen NG folgen nun nach Angaben des Unternehmens Detailverhandlungen mit der brasilianischen Luftwaffe. Erst dann kommt die offizielle Bestellung und die Vertragsunterzeichnung.

«Ich bin sehr stolz auf das Vertrauen, das uns die brasilianische Regierung ausspricht. Wir freuen uns darauf, einen der weltbesten und kosteneffizientesten Kampfjets zu liefern», sagt Saab-Chef Håkan Buskhe. «Die Entscheidung ist auch wegweisend für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Wir sind bereit für eine intensive industrielle Zusammenarbeit, die sich auf die brasilianische Wirtschaft positiv auswirken wird.»

Referendum in der Schweiz

Der Gripen-Kauf der Brasilianer bringt den im internationalen Vergleich kleinen Hersteller Saab in eine komfortablere Lage. Die neue Generation seiner Kampfjets hatten bisher nur Schweden und die Schweiz bestellt, wobei hierzulande das Stimmvolk noch das letzte Wort hat.

Die Schweizer Luftwaffe will bei Saab 22 Gripen des Typs F für 3,126 Milliarden Franken kaufen. In der vergangenen Herbstsession stimmte der Nationalrat dem umstrittenen Rüstungsgeschäft mit 113 zu 68 bei 6 Enthaltungen zu. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Das Volk wird möglicherweise schon am 18. Mai entscheiden können.

AP/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch