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Jetzt sind Rios Flughäfen dran

In Brasilien startet endlich die Fussball-WM. Was heute nicht startet: Die Flugzeuge in Rio de Janeiro. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Wird bestreikt: Der internationale Flughafen Galeao in Rio de Janeiro. (Archivbild)
Wird bestreikt: Der internationale Flughafen Galeao in Rio de Janeiro. (Archivbild)
Reuters
Müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen: Fans am Flughafen Galeao in Rio de Janeiro.
Müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen: Fans am Flughafen Galeao in Rio de Janeiro.
Twitter/@DailyMailNews
Ruhe vor dem Sturm?Tränengas vor dem Mane-Garrincha-Stadion, beobachtet von einem indigenen Brasilianer mit Pfeil und Bogen. (27. Mai 2014)
Ruhe vor dem Sturm?Tränengas vor dem Mane-Garrincha-Stadion, beobachtet von einem indigenen Brasilianer mit Pfeil und Bogen. (27. Mai 2014)
Lunae Parracho, Reuters
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Ein Streik abgewendet, dafür zwei andere begonnen – kurz vor dem Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft bleibt die Verkehrslage in Brasilien angespannt. Angestellte der beiden Flughäfen von Rio de Janeiro traten am Mittwoch um Mitternacht in einen 24-stündigen Streik, ebenso die Busfahrer in Natal im Norden des Landes. Dagegen verzichteten die U-Bahn-Angestellten in São Paulo auf einen neuen Ausstand.

In Rio betroffen sind der internationale Flughafen Galeao, über den ein grosser Teil des Flugverkehrs während der WM laufen wird, ebenso wie der Santos Dumon Airport, über den Inlandsflüge abgewickelt werden – darunter auch nach São Paulo, wo am Donnerstag das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien stattfinden wird.

Die Gewerkschaften, die unter anderem die Beschäftigten am Check-in und in der Gepäckabfertigung vertreten, fordern Lohnerhöhungen von mindestens 5,6 Prozent. Ein Arbeitsgericht hat die Gewerkschaften angewiesen, mindestens 80 Prozent des üblichen Personals im Dienst zu belassen. Andernfalls wird eine Geldstrafe im fünfstelligen Bereich fällig.

Busfahrer streiken

Bereits seit einigen Tagen streiken in der Metropole die Lehrer und blockieren mit Demonstrationen immer wieder die Strassen. Auch die U-Bahn-Fahrer hatten zeitweise mit einem Ausstand gedroht.

In Natal, wo am Montag die USA ihr erstes Spiel gegen Ghana absolvieren, legten die Busfahrer am Donnerstag für mindestens 24 Stunden die Arbeit nieder. Sie fordern 16 Prozent mehr Lohn.

In São Paulo, wo heute Donnerstag das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien stattfindet, stimmten etwa 1500 U-Bahn-Angestellte gegen einen neuen Streik. Den Ausstand hatten sie erwogen, um zu erreichen, dass 42 bei einem vorherigen Streik entlassene Kollegen sofort wieder eingestellt werden.

Streik während WM nicht ausgeschlossen

«Wir dachten, dass es derzeit besser ist, zu warten», sagte Gewerkschaftspräsident Altino Prazeres und verwies darauf, dass man es am Tag der Eröffnung nicht auf eine Konfrontation mit der Polizei ankommen lassen wolle.

Allerdings schloss er nicht aus, dass es zu einem Ausstand während der einmonatigen WM kommen könnte. Am Donnerstagmorgen wollen die Angestellten einen Protestmarsch veranstalten, um gegen die Entlassung ihrer Kollegen zu demonstrieren.

Letztlich geht es bei der Auseinandersetzung auch um mehr Geld für die Mitarbeiter. Die Gewerkschaft fordert zwölf Prozent mehr Lohn. Die Betreibergesellschaft bietet acht Prozent.

Seit vergangenem Jahr kommt es in Brasilien immer wieder zu grossen Protesten gegen die Regierung. Die Demonstranten kritisieren die hohen Kosten für die Fussball-WM und monieren, dass das Geld dafür in andere Bereiche hätte investiert werden sollen wie etwa in Bildung, Gesundheitswesen oder den öffentlichen Nahverkehr.

AP/chk

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