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Kolumbiens Präsident vielleicht in Odebrecht-Skandal verwickelt

Der Friedensnobelpreisträger gilt als Mann mit weisser Weste. Dies könnte sich ändern. Juan Manuel Santos soll von der in Verruf geratenen Baufirma Odebrecht Millionen erhalten haben.

Will seine Hände in Unschuld waschen: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos begrüsse angeblich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in seinem Fall. (14. Dezember 2016)
Will seine Hände in Unschuld waschen: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos begrüsse angeblich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in seinem Fall. (14. Dezember 2016)
AP Photo/Francisco Seco, Keystone

Für eine Wahlkampagne hat der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos laut Staatsanwaltschaft vermutlich einen Beitrag in Millionenhöhe von der brasilianischen Baufirma Odebrecht erhalten.

Das durch einen Schmiergeldskandal in Verruf geratene Unternehmen soll Santos vor seiner Wiederwahl 2014 rund eine Million Dollar (936 000 Euro) gezahlt haben, teilte der kolumbianische Generalstaatsanwalt Néstor Martinez am Dienstag mit. Die Spende sei mutmasslich durch einen Lobbyisten Odebrechts überreicht worden, der bereits im Zuge anderer Ermittlungen festgenommen worden sei.

Santos begrüsse Ermittlung

Martinez erklärte nicht, welche Hinweise zu dem Verdacht gegen Santos geführt hätten. Santos selbst äusserte sich zunächst nicht. Sein früherer Kampagnenmanager wies mögliche Verbindungen zu Odebrecht zurück. Die Behauptungen seien haltlos und beleidigend.

Der für Transparenz zuständige Minister Camilo Encisco sagte, Santos begrüsse eine Ermittlung. Dieser ginge davon aus, dass sich schnell herausstellen werde, dass die Annahmen falsch seien – und alle Bedenken über seine Rechtschaffenheit aus dem Weg geräumt würden.

Noch hat er eine weisse Weste

Mit dem Schmiergeldskandal der Baufirma in Verbindung gebracht zu werden, könnte Santos' Ruf auch international extrem beschädigen. Im Vergleich zu seinen Rivalen galt er bisher als jemand mit weisser Weste. Im Dezember hatte er den Friedensnobelpreis für das historische Friedensabkommen mit der Rebellenorganisation Farc entgegengenommen.

Der Konzern Odebrecht hatte jüngst eingeräumt, rund 800 Millionen Dollar (744 Millionen Dollar) Schmiergeld in zwölf Ländern gezahlt zu haben, um dort Aufträge zu gewinnen. Von dem Skandal wurden bereits mehrere Regierungen in Südamerika erfasst.

dapd/foa

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