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Kolumbiens Präsident will weiter mit Farc verhandeln

Der Präsident von Kolumbien, Juan Manuel Santos, hat den «Traum vom Frieden mit den Farc-Rebellen» noch nicht aufgegeben.

Ein Unterhändler soll «so schnell wie möglich» Gespräche führen: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos. (3. Oktober 2016)
Ein Unterhändler soll «so schnell wie möglich» Gespräche führen: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos. (3. Oktober 2016)
Mauricio Duenas Castaneda, Keystone

Nach dem gescheiterten Referendum über den Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen hat Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos einen neuen nationalen Dialog über die Friedensbemühungen angekündigt. Ein Unterhändler soll «so schnell wie möglich» Gespräche führen.

In einer Fernsehansprache sagte Santos am Montag, er habe den früheren Vize-Präsidenten Humberto de la Calle darum gebeten, die Gespräche zu führen. De la Calle hatte zuvor seinen Rücktritt als Chefunterhändler der Regierung angeboten.

«Der Traum jedes Kolumbianers»

In den neuen Verhandlungen sollten «alle notwendigen Themen» angesprochen werden, um eine Einigung zu erzielen und damit «den Traum jedes Kolumbianers, den Krieg mit der Farc zu beenden, zu erfüllen», sagte Santos.

Am Sonntag hatte die kolumbianische Bevölkerung völlig überraschend in einem Referendum den Friedensvertrag abgelehnt, den Regierung und Rebellen nach jahrelangen Verhandlungen in Havanna geschlossen hatten. Eine knappe Mehrheit von 50,21 Prozent stimmte mit Nein, 49,78 Prozent votierten mit Ja.

Waffenstillstand soll in Kraft bleiben

Santos versicherte sofort nach dem Volksentscheid, er wolle dennoch die Friedensbemühungen fortsetzen, der geltende Waffenstillstand mit der Farc-Guerilla bleibe in Kraft. Auch Farc-Chef Rodrigo «Timochenko» Londoño versprach, die Waffen «definitiv» schweigen zu lassen.

Die Farc hatte 1964 im Kampf gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In dem Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. Insgesamt wurden in dem mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Gewaltkonflikt mehr als 260'000 Menschen getötet.

SDA/chk

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