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Kolumbiens Wahlkampf wird schmutzig

Die Opposition torpediert angeblich die Friedensgespräche mit der Guerilla. Das Regierungslager soll von der Drogenmafia bezahlt sein. Das Publikum widern die Schmutzkampagnen nur noch an.

Sandro Benini

Noch vor wenigen Wochen war der kolumbianische Wahlkampf sterbenslangweilig, weil klar schien, wer ihn gewinnen würde: Der amtierende, sich um eine zweite Amtszeit bewerbende Präsident Juan Manuel Santos. Und weil keiner der fünf Anwärter das Publikum zu begeistern vermochte, auch der solide, pragmatische, stets etwas hölzern wirkende Regierungschef nicht. Dennoch waren sich die Meinungsforscher einig: Der 63-jährige Santos, Spross einer der reichsten, mächtigsten Familien des Landes, würde am 25. Mai mit deutlichem Vorsprung gewinnen, allerdings ohne die absolute Mehrheit zu erreichen.

Im Stichentscheid würde er sich dann einige Wochen später gegen den Zweitplatzierten durchsetzen. Entweder gegen den grünen Ex-Bürgermeister von Bogotá, Enrique Peñalosa. Oder gegen Óscar Iván Zuluaga, den Strohmann des einstigen Präsidenten Álvaro Uribe, der das südamerikanische Land zwischen 2002 und 2010 regiert hatte. Die konservative Kandidatin Marta Lucía Rámirez und die Vertreterin einer linken Oppositionspartei, Clara López, haben hingegen kaum Chancen, in den zweiten Wahlgang vorzustossen.

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