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Lesbische Majorin darf wieder fliegen

Margaret Witt war 2007 wegen ihrer Homosexualität aus der Luftwaffe ausgeschlossen worden. Jetzt müssen die Streitkräfte sie wieder einstellen – auf obersten Richterbefehl.

Keinen «negativen Einfluss auf Moral»: Margarat Witt (rechts) mit ihrer Partnerin nach dem Urteil.
Keinen «negativen Einfluss auf Moral»: Margarat Witt (rechts) mit ihrer Partnerin nach dem Urteil.

Die US-Justiz hat Homosexuellen in den Streitkräften erneut den Rücken gestärkt. Ein Bundesrichter im Staat Washington urteilte am Freitag (Ortszeit) zugunsten einer US- Offizierin, die wegen ihrer Homosexualität aus der Luftwaffe ausgeschlossen worden war.

Major Margaret Witt habe den «gesetzmässigen» Anspruch auf Wiedereinstellung. Die Sanitäts-Offizierin hatte gegen ihren Arbeitgeber, die Air Force in Tacoma im Bundesstaat Washington, geklagt, nachdem sie 2007 entlassen worden war.

Richter Ronald Leighton führte in der Urteilsbegründung aus, dass es «keine glaubhaften Hinweise» gebe, dass eine Wiederaufnahme Witts in die Reserve der Luftwaffe einen «negativen Einfluss auf ... Moral, Ordnung, Disziplin oder Zusammenhalt der Truppe» habe.

Affäre mit verheirateter Frau

Der Fall war durch die Beschwerde eines Mannes über ein Verhältnis Witts mit seiner Frau ins Rollen gekommen. Die mehrfach ausgezeichnete und auslandserprobte Offizierin wurde 2004 zunächst suspendiert und drei Jahre später entlassen.

Der Umgang mit Homosexuellen bei den US-Streitkräften wird durch ein Gesetz aus dem Jahr 1993 geregelt. Diese Vorschrift lässt Homosexuelle grundsätzlich zum Militärdienst zu, verpflichtet sie aber, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten. Seit Inkrafttreten der Regelung wurden rund 14'000 Armeeangehörige entlassen, weil sie sich zu ihrer Homosexualität bekannten.

«Gerechtes, historisches und mutiges» Urteil

Erst am Dienstag waren die Demokraten im US-Senat damit gescheitert, eine Debatte um das Gesetz und damit die Abstimmung über dessen Aufhebung einzuleiten. Damit dürfte die geplante Neuregelung, eines der Wahlkampfversprechen von Präsident Barack Obama, vor den Kongresswahlen im November nicht mehr durchgesetzt werden.

Homosexuellen-Organisationen begrüssten das Urteil im Fall Witt. Ein weiterer Richter habe einen «gerechtes, historisches und mutiges» Urteil gegen das «diskriminierende und verfassungswidrige Gesetz» gefällt, sagte Alexander Nicholson, Gründer der Organisation Servicemembers United, der nach eigenen Angaben grössten Interessenvertretung Homosexueller in den US-Streitkräften.

SDA/oku

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