Maduros Regierung produziert nun Windeln

Der Staat Venezuela will alle Betriebe übernehmen, welche die Produktion im kriselnden Land einstellen. Den Anfang machen Hygieneartikel und Toilettenpapier.

Die USA führe einen «wirtschaftlichen Krieg» gegen sein Land: Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro. (Archivbild)

Die USA führe einen «wirtschaftlichen Krieg» gegen sein Land: Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro. (Archivbild) Bild: Miguel Gutierrez/Keystone

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Nach dem Rückzug des US-Hygieneartikelkonzerns Kimberly-Clark steigt die Regierung des Krisenlands Venezuela selbst in die Produktion von Windeln und Toilettenpapier ein. Arbeitsminister Oswaldo Vera gab am Montag die Übernahme des Produktionsstandorts Maracay bekannt, den der US-Konzern am Samstag als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela geschlossen hatte. Die Fabrik sei nun «durch die Arbeiter besetzt» und nehme die Produktion unverzüglich wieder auf, kündigte der sozialistische Politiker an.

Der Minister erinnerte daran, dass Präsident Nicolás Maduro die staatliche Übernahme aller Betriebe angekündigt habe, die ihre Produktion in Venezuela einstellen. Kimberly-Clark hatte die Stilllegung der Produktionsstätte damit begründet, dass es kaum noch möglich sei, Materialien für die Herstellung von Windeln und Toilettenpapier zu bekommen. Zudem erschwere die hohe Inflation die Arbeit.

Tiefe Rezession

Der Ölstaat Venezuela erlebt derzeit eine tiefe Rezession, er steckt in einer schweren Versorgungskrise. Verbraucherwaren wie etwa Hygieneartikel sind kaum mehr zu bekommen. Analysten werfen der sozialistischen Regierung schwere Misswirtschaft vor. Hinzu kommt der Verfall des Ölpreises, der die Exporteinnahmen sinken liess.

Die Regierung des Sozialisten Maduro erklärt den Niedergang des Landes hingegen mit einem «wirtschaftlichen Krieg», den die USA gegen das Land führten. Wegen der Versorgungsengpässe gab es zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen in Venezuela. (chk/AFP)

Erstellt: 12.07.2016, 05:18 Uhr

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