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McCain ist in der Defensive

Die Finanzkrise ist nun Topthema im US-Wahlkampf. Obama teilt stärker aus als zuvor. McCain gerät in Erklärungsnot.

An Halloween stehen John McCain und Barack Obama harmonisch lächelnd nebeneinander.
An Halloween stehen John McCain und Barack Obama harmonisch lächelnd nebeneinander.
Keystone
Normalerweise unterstreichen die beiden ihre Unterschiede. Hoffnungsträger und Visionär der eine, Patriot und Routinier der andere.
Normalerweise unterstreichen die beiden ihre Unterschiede. Hoffnungsträger und Visionär der eine, Patriot und Routinier der andere.
Keystone
Junge Frauen gegen McCain.
Junge Frauen gegen McCain.
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«Wie kann John McCain unsere Wirtschaft in Ordnung bringen, wenn er gar nicht kapiert hat, dass sie kaputt ist?», fragt der demokratische Kandidat Barack Obama in einem Wahlspot. McCain reagierte mit einer ebenfalls persönlichen Attacke: «Senator Obama hat eine Wirtschaftskrise gesehen und eine politische Gelegenheit gefunden. Meine Freunde, dies ist nicht die Zeit für politischen Opportunismus; dies ist die Zeit für Führung.»

Der verbale Schlagabtausch zeigt die Bedeutung, die beide Kandidaten dem Thema nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers, der Übernahme der Investmentbank Merryl Lynch und der von der US-Bundesbank finanzierten, 85 Milliarden Dollar teuren Rettung des Versicherungsgiganten AIG beimessen.

«Älteste Trick im Washingtoner Buch»

Obama sagte, seit Januar hätten 600'000 Amerikaner ihren Arbeitsplatz verloren. «Die Gehälter sind niedrig und der Wert von Häusern fällt. Es ist schwer, für Benzin und Lebensmittel aufzukommen, und wenn man es mit Kreditkarte bezahlt, haben sie wahrscheinlich die Zinsen erhöht. Ihr bezahlt mehr denn je für eine Krankenversicherung, die immer weniger abdeckt. Das ist nicht einfach eine Pechsträhne. Die Wahrheit ist, dass ihr euren Verpflichtungen nachgekommen seid und Washington nicht. Deshalb brauchen wir einen Wechsel, eine wirkliche Veränderung.»

Der Niedergang an Wallstreet traf McCain mitten in einer Phase, in der er nach der Nominierung von Sarah Palin als Vizepräsidentschaftskandidatin auf einer Euphoriewelle ritt. Am Dienstag forderte er die Bildung einer Kommission. Obama verspottete dies als «ältesten Trick im Washingtoner Buch». «Das ist hier nicht 9/11. Wir wissen, wie wir in den Schlamassel hineingeraten sind. Wir brauchen eine Führung, die uns da rausholt. Ich werde das machen, John McCain nicht.»

«Gier und Korruption»

McCain versprach, «Gier und Korruption» an Wallstreet auszumerzen. «Zu viele an Wallstreet haben rücksichtslos gezockt statt, wie wir es von ihnen erwarten, vernünftig zu investieren», sagte er. Am Dienstag sprach er sich gegen die Rettung von AIG mit Steuermitteln aus. Doch am Ende des Tages machte die Regierung seines Parteifreundes George W. Bush genau das.

AP/ORA

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