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Mehr als Vandalismus

Wie Soldaten können auch Hacker zerstören: Ruf, Vermögen, das Gefühl der Sicherheit.

Der «Cyberkrieg» ist eine Auseinandersetzung mit unsichtbaren Tätern. Es passt in diese Logik, dass mutmasslich von Nordkorea beauftragte Hacker Hollywood angreifen: Sie haben die Rechner der US-Filmfirma Sony Pictures geplündert und mit Anschlägen auf Kinos gedroht, weil die Komödie «The Interview» den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un veralbert. Aus Angst vor Gewalt haben US-Kinos den Film nun abbestellt, und Sony hat ihn vorerst zurückgezogen. Das Bild fällt aus – genau dies definiert die Cyberkriminalität.

Noch ist Cyberkrieg kein echter Krieg, eher mischen sich Spionage und Sabotage, Diebstahl und Erpressung. Doch ist das Schlachtfeld längst nicht abgesteckt, die Möglichkeit für Eskalation unbegrenzt. Wie Soldaten können auch Hacker zerstören: Ruf, Vermögen, das Gefühl der Sicherheit. Es ist nicht mehr Science-Fiction, dass ein Staat die Atomanlagen eines anderen sabotiert, im Iran haben die USA dies bereits getan. Die nächsten Angriffe können Kraftwerken gelten oder Flugzeugen. Wie viel Schrecken sich mit wenig Aufwand verbreiten lässt, zeigt der Angriff auf Sony: Die diffuse Drohung hätte Tausende Amerikaner vor Kinobesuchen abgeschreckt. US-Präsident Obama hat recht, dass dies noch kein kriegerischer Akt ist, aber es ist auch mehr als das, was Obama «Cybervandalismus» nennt.

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