Zum Hauptinhalt springen

Milliardenzahlung nach Giftschlammkatastrophe

Minenbetreiber Samarco stimmte einem Entschädigungsplan von 6,2 Milliarden Dollar zu. Damit kann laut Brasiliens Präsidentin eine «Tragödie ohnegleichen» aufgearbeitet werden.

Grösste Umweltkatastrophe Brasilien: Ein Rettungsarbeiter sucht in den Schlammmassen nach Überlebenden. (8. November 2015)
Grösste Umweltkatastrophe Brasilien: Ein Rettungsarbeiter sucht in den Schlammmassen nach Überlebenden. (8. November 2015)
Felipe Dana, Keystone

Nach der Giftschlamm-Katastrophe in Brasilien hat der Minenbetreiber Samarco einem Entschädigungsplan in Höhe von 6,2 Milliarden Dollar zugestimmt. Vertreter von Samarco unterzeichneten am Mittwoch in Brasilia eine entsprechende Vereinbarung mit dem Staat. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff erklärte, die Einigung werde helfen, «eine Tragödie ohnegleichen» aufzuarbeiten. Die Gelder sollen über einen Zeitraum von 15 Jahren ausbezahlt werden.

Der Damm eines Klärbeckens von Samarco mit giftigen Stoffen aus der Bergwerksindustrie war am 5. November im Bundesstaat Minas Gerais gebrochen. Der Giftschlamm begrub das Bergarbeiterdorf Bento Rodrigues unter sich, 19 Menschen wurden getötet. Die Giftstoffe gelangten auch in den Fluss Río Doce und später in den Atlantik.

Hunderttausende Menschen betroffens

Nach Angaben der brasilianischen Regierung handelt es sich um die grösste Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes. Tausende Tiere verendeten, hunderttausende Menschen wurden von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten und noch an der Atlantikküste erlitten Tourismus und Fischerei Einbussen. Die Polizei fordert Gefängnisstrafen für sechs Samarco-Mitarbeitern wegen des Todes der 19 Menschen.

Präsidentin Rousseff machte deutlich, dass die Entschädigungszahlungen für Samarco noch höher ausfallen könnten. «Wir wollen ein neues Leben auf den Ruinen aufbauen», sagte sie. Es gebe keine finanziellen Grenzen, so lange der Schaden nicht voll beseitigt sei.

Der Minenbetreiber Samarco ist im gemeinsamen Besitz des brasilianischen Eisenerzriese Vale und des australisch-britischen Bergbaukonzerns BHP Billiton.

AFP/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch