Mysteriöse Schall-Angriffe auf US-Diplomaten

Mehrere US-Diplomaten in Havanna klagen über unerklärliche Hörverluste. Das Aussenministerium ist alarmiert.

Hier geschieht Seltsames: Seit 2015 ist die US-Botschaft in Havanna in Betrieb.

Hier geschieht Seltsames: Seit 2015 ist die US-Botschaft in Havanna in Betrieb. Bild: Stringer/Reuters

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Zwei Jahre nach der Wiedereröffnung der US-amerikanischen Botschaft in Havanna sorgt ein mysteriöser Schall-Angriff auf US-Diplomaten für Spannung zwischen Kuba und den USA. Am Mittwoch hat die US-Regierung verkündet, dass zwei kubanische Diplomaten wegen des Vorfalls der USA verwiesen wurden.

Mehrere US-Diplomaten in Havanna klagten im Herbst 2016 über unerklärliche Hörverluste, einige mussten wegen der schweren «körperlichen Symptome» in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Nach monatelangen Ermittlungen gehen US-Beamte nun davon aus, dass die amerikanischen Botschaftsmitarbeiter Opfer eines Schall-Angriffs wurden. Ein «hochentwickeltes Schallgerät» sei in Nähe der Wohnungen der amerikanischen Botschaftsmitarbeiter angebracht worden, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

«Als Folge davon haben wir zwei Kubaner aufgefordert, die USA zu verlassen und das haben sie», sagte die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Heather Nauert, am Mittwoch.

Am Donnerstag wurde auch der Fall eines kanadischen Diplomaten auf Kuba bekannt, der ebenfalls über einen Hörverlust klagte. Die kanadische Regierungssprecherin Brianne Maxwell sagte, dass die kanadische Regierung «aktiv daran arbeitet, die Ursachen zu ermitteln - in Kooperation mit den amerikanischen und kubanischen Behörden».

Bislang gebe es noch «keine definitiven Antworten über die Quelle oder die Ursache» der Schall-Angriffe, teilte US-Aussenministeriums-Sprecherin Nauert am Donnerstag der BBC mit. Ob ein anderes Land, wie etwa Russland oder China für die Attacken verantwortlich sei, werde von US-Beamten geprüft, berichtet die Presseagentur AP.

Das kubanische Aussenministerium bot den amerikanischen Behörden seine Unterstützung bei der Aufklärung der Vorfälle an und teilte mit, dass eine «umfassende und priorisierte Untersuchung» angeordnete werde. (SZ.de/AP/AFP/migh/lalse/bemo)

Erstellt: 11.08.2017, 16:36 Uhr

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